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Bindung und Trauma

Die Pädagoginnen bieten eine Beziehung an, die transparente, vorhersagbare, verlässliche und haltgebende Strukturen und Elemente beinhaltet. »Den Kindern und Jugendlichen wird erklärt, wie und weshalb sich die Pädagoginnen ihnen gegenüber verhalten« (BAG Traumapädagogik 2011, S. 16). Die Beziehungsgestaltung ist individuell und orientiert sich am Bindungsmuster der Kinder und Jugendlichen. Ihre Bindungsbedürfnisse werden »analysiert und eine mögliche Versorgung erarbeitet«. Ein flexibler Umgang mit Nähe und Distanz ist von besonderer Bedeutung. Die Pädagoginnen »entwickeln eine Sensibilität bezüglich der Beziehungsgestaltung mit den Kindern und Jugendlichen« (BAG TP 2011, S. 15). Bowlby (2011) formuliert fünf therapeutische Hauptaufgaben für die Arbeit mit bindungsunsicheren Menschen. Wilma Weiß beschreibt analog dazu fünf pädagogische Aufgaben: • »Die Pädagogin muss als sichere Basis verfügbar sein. • Die Pädagogin muss die Kinder und Jugendlichen zu mentaler Exploration, zum Reden über unbewusste Voreingenommenheiten, Übertragungen alter Bindungsinhalte ermutigen. • Die Kinder und Jugendlichen können die Beziehung zu den Pädagoginnen überprüfen • und aktuelle Wahrnehmungen und Gefühle mit Erfahrungen mit den Eltern und anderen Bezugspersonen von früher vergleichen. • Möglicherweise wird dann die Erkenntnis erleichtert, dass die alten Bindungsmodelle für die Gestaltung des zukünftigen Lebens unangemessen sind bzw. sein werden« (Weiß 2024, S. 128). Bindungstraumatisierung ist ein Zustand der Einsamkeit. So ist es ein zentrales Anliegen bindungsorientierter Arbeit, die Mädchen und Jungen spüren und erfahren zu lassen, dass sie nicht alleine sind, dass sie die Fähigkeiten in sich tragen, Verbindungen einzugehen und Wahlmöglichkeiten haben, um sich emotional sicherer und stabiler zu fühlen (Weiß2024). Roland Schleiffer unterscheidet in der Kommunikation von bindungsbelasteten Kindern und Jugendlichen zwischen der bindungsabwertenden und der bindungsverstrickten Kommunikation. Bei der bindungsabwertenden Kommunikation ziehen sich Kinder und Jugendliche auf sich selbst zurück oder sie äußern keine bzw. selten Bedürfnisse nach Nähe, Unterstützung, Trost. Sie zeigen sich sehr unnahbar und pseudo-autonom. Bei der bindungsverstrickten Kommunikation beschreibt Schleifer Kinder und Jugendliche, die sich anhänglich und ängstlich und mit intensiven Gefühlen von Trauer sowie Enttäuschung über Verluste zeigen, die schnell resignieren oder die aus einer großen Beziehungsnähe schnell eine feindselige Distanz oder Unerreichbarkeit entwickeln (Schleiffer 2009). Diese Verhaltensweisen bindungstraumatisierter Menschen sind Ausdruck und Anpassung an angstvolle, verunsichernde Erfahrungen. Bindungsorientierte Päd-