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Traumapädagogisch diagnostisches Verstehen
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Traumapädagogisch diagnostisches
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Verstehen
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Andrea Basedow, Silke Birgitta Gahleitner und Wilma Weiß
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Ob wir das bewusst vorhaben oder nicht, im professionellen Alltag nehmen wir
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ständig Einschätzungen vor. Ob Kinder oder Jugendliche »so und so sind«, bei uns
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»das und das auslösen« – ständig formulieren wir dabei diagnostische Einschätzungen. Diagnose, ursprünglich aus dem Griechischen, bedeutet nichts anderes
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als eben dies, das »Auseinanderkennen« der Merkmale eines Gegenstandes, einer
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Person oder eines Systems (hier und im Folgenden ausführlich Gahleitner 2021).
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Dennoch hatte Diagnostik als Begriff und im praktischen Vorgehen in der Pädagogik und Sozialen Arbeit über lange Strecken hinweg einen zweifelhaften Ruf.
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Ursache dafür ist der Missbrauch medizinisch, sozial und psychiatrisch geprägten
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Wissens für menschenverachtende, selektive und eugenische Zwecke im Nationalsozialismus (vgl. Geißler-Piltz 2006). Auch nach 1945 wurde Diagnostik weder im
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disziplinären Selbstverständnis der Sozialarbeit noch jenem der Sozialpädagogik
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wieder zum »Kerngeschäft«. Fatalerweise wurde das damalige Vakuum erneut
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durch medizinische und psychologische Konzepte gefüllt, die bis heute die Praxislandschaft der Diagnostik dominieren, wodurch sozialdiagnostischen Konzepten
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noch immer wenig wenig Raum eingeräumt wird.
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Diagnostik oder traumapädgogisches Verstehen
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Bedauerlicherweise klafft daher im Diagnostikbereich ein besonders tiefer, als historisch zu begreifender Graben zwischen den genannten Berufsgruppen. Traumapädagogisches Verstehen beruft sich auf eine Diagnostik, die weitgehend als
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sozialpädagogisch und hermeneutisch zu bezeichnen ist. »Die klinische Diagnostik vertritt einen klassifikatorischen Ansatz, während in der Kinder- und Jugendhilfe eher der rekonstruktive Ansatz seinen Platz hat« (Friedrich/Weiß 2014, S. 61).
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Aus Sicht von Sozialarbeit und Sozialpädagogik gilt es jedoch, eine kritische Haltung gegenüber einer ausschließlich klinischen Diagnostik zu bewahren, da diese
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nicht selten die hilfesuchenden Menschen zu Objekten eines expertokratischen
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Diagnoseverfahrens degradiert (ebd., S. 61ff.). Wie Erfahrungen aus dem Praxisalltag zeigen, kommt es durch die einseitige Sichtweise zu Marginalisierungsprozessen, mit z. T. weitreichenden Folgen. Einige Verfahren befördern ein ahistorisches Verstehen, die Anamnese spielt keine Rolle. Es besteht die Gefahr einer
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