2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/326.md

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Kinder- und Jugendpsychiatrie: ein möglichst sicherer Ort durch traumapädagogische Haltungen
Die Auseinandersetzung erfolgt gezielt in Form von Angeboten wie Einzelthera­
pien, Gruppentherapien, Kompetenztrainings (Eins-zu-eins, Kleingruppen etc.),
Bezugspersonengesprächen, Elterngesprächen etc. Zudem entstehen im Rahmen
des milieutherapeutischen Settings immer wieder Momente von aufkommenden
Stresssituationen und Erregungszuständen, welche durch die Fachpersonen situativ eng begleitet werden können. Es können sich unter Einbezug der traumapädagogischen Haltung der Experten*innenschaft junge Menschen als Expert*innen
ihrer eigenen herausfordernden Lebenssituation wahrnehmen, um selbständig
Regulationsstrategien und auch in Zusammenarbeit mit den (elterlichen) Bezugsperson(en) zu erarbeiten. Im Schutzraum der KJP kann die Umsetzung im alltäglichen Handeln mit einer intensiven Begleitung ausprobiert und eingeübt sowie in
das familiäre Setting übertragen werden.
Fazit
Die Umsetzung traumapädagogischer Haltungen und Konzepte im Rahmen einer KJP kann insbesondere bei den jungen Menschen zur emotionalen Stabilisierung und Stärkung des Selbstwirksamkeitserlebens führen und ist unabdingbar für eine nachhaltige Stressreduktion. Dies kann für die (elterliche)
Bezugsperson(en) sowie das familiäre System, welche ebenfalls Behandlungsteilnehmende sind, ebenfalls zutreffen. Gleichzeitig ist insbesondere bei den Kindern psychisch kranker Eltern auch noch Entwicklungspotenzial im Zuge der
Erziehungspartnerschaft festzustellen. Neben den jungen Menschen gilt es des
Weiteren, die Fachpersonen durch die institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Sensibilisierung für die eigene Selbstfürsorge in ihrer emotionalen Stabilität und dem Selbstwirksamkeitserleben zu unterstützen, um den alltäglichen
Stressbelastungen mit den jungen Menschen responsiv begegnen zu können.
Konkrete traumasensible Reflexionsmethoden können transdisziplinäres Arbeiten und die Entwicklung von gemeinsamen Haltungen maßgeblich erleichtern.
Hierdurch kann eine Basis für einen möglichst sicheren Ort in der KJP geschaffen werden, um mit den hochbelasteten jungen Menschen und Familien in Interaktion treten und einen emotionalen Beistand im Rahmen der Behandlungszeit leisten zu können.
Die begrenze Aufenthaltsdauer im Rahmen dieses Übergangs- und Sondersettings reduziert Möglichkeiten beständiger und langfristiger Begleitung und zeigt
zugleich die Relevanz der transdisziplinären Diagnostik, der Intensität der Behandlung und der absichtsvollen Gestaltung der Übergänge von Ein- wie Austritt.
Dementsprechend bedarf die Kinder- und Jugendpsychiatrie als möglichst sicherer Ort auch sehr klar beschriebene Schlüsselprozesse. Die Versorgungsprozesse haben stets die drei Ebenen die der jungen Menschen und ihrer Familien, der