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Verstehen lernen

gesamten Teams. Ergänzt und erweitert werden die Beobachtungen und Einschätzungen durch Lehrpersonen und Heilpädagoginnen in den Schulsettings, der Sozialarbeit sowie Co-Therapien wie Ergotherapeutinnen, Bewegungstherapeutinnen, Therapeutinnen der tiergestützen Therapien etc. Das so erarbeitete traumasensible Fallverstehen wird durch die psychologische, psychiatrische und soziale Diagnostik komplettiert.

Verstehen lernen Die Voraussetzung jeglichen Verstehens in der KJP liegt in der Stabilisierung und Beistandschaft in akuten Krisensituationen, der Rekonstruktion des sicheren Ortes für junge Menschen, Mitarbeitende und Team. Auf dieser Grundlage ist das Ziel der Behandlungsaufenthalte, die komplexen Lebenslagen der jungen Menschen mit ihrer erhöhten Unterstützungsnotwendigkeit zu erfassen und psychosoziale Hilfen zu installieren. Um eine Verbesserung in den Indikationsstellungen und den differenzierten Hilfen zu erwerben, ist ein gemeinsames Fallverständnis fundamental. Dies insbesondere unter der traumapädagogischen Haltung der Annahme des guten Grundes mit dem Fokus auf die Kontinuität der Hilfen, dem Bindungsbedürfnis von jungen Menschen und der optimalen Entwicklungsförderung (Schmid 2012; Schröder et al. 2021). Unabdingbar dafür sind die fundierte fachliche Qualifikation aller Fachpersonen, eine traumasensible, beziehungsorientierte, persönliche Haltung sowie (Selbst-)Reflexionsmöglichkeiten im Umgang mit belastenden Gegenübertragungsgefühlen (Schröder 2020). Grundlage hierbei stellt die Annahme des Guten Grundes jedes Verhaltens eines Menschen dar. Die Annahme des Guten Grundes als Zentrum der Beschreibung von Symptomen versteht das Verhalten als Ausdruck von Bedürfnis und Emotion, als relevanten Grund und entwicklungsbiografisch verstehbar, auch wenn es auf den ersten Blick unverständlich zu sein scheint (Weiß 2013). Im transdisziplinären Team kann ein traumasensibles Verstehen des guten Grundes erarbeitet werden, wo insbesondere das Dilemma von Verstehen ohne einverstanden zu sein nebeneinanderstehend herausgearbeitet werden kann. Reflexionsinstrumente, wie z. B. die WEIL-Methode, oder die Interaktionsanalyse können dabei als strukturierte Reflexionsmethode (Grundlage) zur Annäherung an den guten Grund für die jungen Menschen, Mitarbeitenden und bei sich selbst unterstützen und gleichzeitig die Einschätzbarkeit von Interaktionen, der Handlungswirksamkeit und die Selbststärkung erhöhen. Die so erarbeiteten Hypothesen und Versorgungsideen können in Gesprächen zum gemeinsamen Verstehen den jungen Menschen und ihren (elterlichen) Bezugspersonen zur Verfügung gestellt werden. Unter der Einbindung der traumapädagogischen Haltung der Expert*innenschaft in Kombination mit psycho­

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