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Unbegleitete junge Geflüchtete in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
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Bei der traumapädagogischen Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist die
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interkulturelle Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte vonnöten, um im Zuge
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der Beziehungsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen kulturspezifische Merkmale und kollektive Vorerfahrungen ihres Herkunftslandes erkennen zu können
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(M. Binder zit. nach Binder/Weiß 2015) und sich auf fremde Sichtweisen einzustellen, sie als Realität anzuerkennen und damit kulturelle Muster, Werte und Einstellungen, die nicht ausgesprochen werden, aber von großer Bedeutung für das
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gegenseitige Verständnis sind, zu erkennen (Schapfel-Kaiser 2000).
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Durch das interkulturelle Wissen ist es möglich, potenzielle Ressourcen und
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Auswirkungen auf die Psychotraumatogenese sichtbar werden zu lassen, um die
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Kinder und Jugendlichen mit diesem Wissen in ihrer Selbstbemächtigung zu unterstützen und emotional zu stabilisieren (Markert/Göpfert 2014). Zudem hilft es,
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Methoden und Inhalte einer Willkommenskultur, der Anerkennung der Individualität, des Verstehens und der Selbstregulation zu entwickeln.
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Psychoedukative Strategien und Selbstbemächtigung mildern den
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Leidensdruck
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Wenn die Kinder und Jugendlichen fragen, warum sie Kopfschmerzen oder Albträume haben, können ihnen die Fachkräfte in vereinfachter Form erklären, dass
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dies die Folgen der schweren Belastungen während der Flucht sein können. Dies
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beruhigt sie dahingehend, dass sie nicht annehmen müssen, verrückt oder krank
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zu sein, sondern dass ihr Körper in spezifischer Form auf die Erfahrungen vor
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oder während der Flucht reagiert. Damit wird ihr (kognitives) Selbstverstehen
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angesprochen und gleichzeitig ihre Selbstregulierung und die Selbstakzeptanz
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unterstützt. Sie erfahren, dass die früheren Erfahrungen noch immer wirken
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und das Heute beeinflussen und ihr Körper aus gutem Grund darauf reagiert.
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Die Kinder und Jugendlichen lernen ihre psychosomatischen Reaktionen einzuordnen und werden in ihrer Körperwahrnehmung gefördert. Nur so können sie
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im nächsten Schritt Trigger und Stimuli von Übererregung sowie dissoziative
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Zustände wahrnehmen und Symptome versorgen (lernen) sowie Selbstregulation verbessern und damit in ihrer Selbstbemächtigung unterstützt werden. »Die
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Bewusstheit über den Sinn des eigenen Verhaltens, die Selbst-Bewusstheit, ist die
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Grundlage für die Entwicklung alternativer, das Selbst stärkende Verhaltensweisen« (Weiß 2013, S. 122).
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»Ich habe die Anstrengungen der Flucht und insbesondere die acht Jahre Duldung überstanden, weil ich verstehen konnte, warum ich flüchten mußte, weil
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ich einen Sinn in meinem Hiersein durch die Hilfe anderer gefunden habe und
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mit vielen anderen Mädchen und Jungen Wege für ein besseres Leben suche.«
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