2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/259.md

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Schlussbemerkung

emotionalen Verfügbarkeit und intuitiven Verhaltensbereitschaft. Die Kinder entwickeln zu ihrem Schutz zwangsläufig geeignete Verhaltensweisen wie weinen, schreien etc. (Papousek/Wollwerth de Chuquisengo 2003) Persönlichkeitsmerkmale von traumatisierten Eltern können für die gesunde Entwicklung von Kindern Risikofaktoren darstellen. Mangelnde Impulskontrolle kann zur konkreten körperlichen Gefährdung der Kinder führen. Tiefe Hoffnungslosigkeit und mangelndes Vertrauen bremst die Möglichkeit, ein lebensbejahendes Alltagsgefühl zu entwickeln und experimentierfreudig und neugierig in die Welt zu blicken. Es geht in der Elternarbeit darum, über das Selbstverstehen, die Selbstakzeptanz und Möglichkeiten der Selbstregulation die Entwicklung der eigenen Situation und Veränderung der Lebenslage zu fördern, entsprechend der »Pädagogik der Selbstbemächtigung« (Weiß 2013). Inhalte des Veränderungsprozesses sind, auf der Grundlage der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, die Verbesserung der Empathiefähigkeit mit den Kindern und eine neue Definition der Elternrolle. Der ressourcenorientierte Blick der beratenden Personen unterstützt dabei die Aktivierung der individuellen und systembezogenen Ressourcen. Hierbei werden das Trauma absorbierende Beziehungsaktivitäten unterstützt und neu entwickelt. Von hoher Bedeutung kann der Einbezug von Personen des sozialen und institutionellen Umfeldes sein. Voraussetzung hierfür sind die Bereitschaft und das Einverständnis der Familie. Speziell Lehrkräfte, Betreuerinnen und Trainerinnen der von den Kindern und Jugendlichen besuchten Kontexte können flankierend die innerfamiliäre traumapädagogische Arbeit der Fachkräfte unterstützen. Die Pädagog*innen stellen auch dort ihr Fachwissen zur Verfügung, um ein besseres Verstehen anstrengender Verhaltensmuster und aufkommender Gefühlsspitzen zu erreichen. Ziel ist es, eine Reduzierung von Abwertungsmomenten zu erreichen, um der Stärkung des Selbstwertes der betroffenen Kinder Raum zu geben. Im Ergebnis möchte Traumapädagogische Familienhilfe eine Erhöhung der Integrationschancen der von Trauma betroffenen Systeme erwirken.

Schlussbemerkung Die TPFH ist eine mögliche Antwort auf die Auswirkungen und Folgen transgenerational wirkender oder selbst erlebter Traumata für Familien. Dieses Hilfsangebot ermöglicht den betroffenen Menschen, perspektivisch in erhöhtem Maße an bildungsrelevanten, gesellschaftlichen und kulturellen Angeboten teilzunehmen. Die Reduzierung der im Alltag so mächtigen Wirkkräfte traumatischer Erlebnisse stärkt die Fähigkeiten, den Anforderungen des Alltags im Miteinander und in individueller Hinsicht selbstbemächtigt entgegenzutreten.

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