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Traumapädagogische Familienhilfe

staltung des individuellen, realen Lebensraumes jeder einzelnen Person. Die Fokussierung liegt hierbei auf dem Sicherheitsempfinden der einzelnen Familienmitglieder innerhalb der Wohnung. Es lohnt sich, alle Wahrnehmungsmöglichkeiten von sehen, hören, riechen, schmecken und tasten differenziert und mit Fingerspitzengefühl als mögliche Eingangstüren von Triggern in Betracht zu ziehen. Dieser Prozess ist ein fortlaufender und führt hier zu der Entfernung des Eichenschrankes, dort zum Wechsel des Parfüms, der Entsorgung des Wollpullovers oder auch zum Austausch des tickenden Weckers durch einen lautlosen. Das Erkennen von traumareaktiven Mustern ermöglicht eine Verringerung der Alltagsbelastung. Die dadurch entstehende Stressreduzierung bietet eine gute Arbeitsbasis für die Entwicklung belastungsreduzierter Handlungsalternativen, wodurch wiederum der Weg in die Gestaltung eines Alltages möglich wird, der von eigenbemächtigtem Handeln geprägt ist. Die in der Jugendhilfe gängige Hilfeplanung beinhaltet Zielsetzungen, die diesen Zusammenhang häufig nicht ausreichend würdigen. Die Erreichung standardisierter, von der Gesellschaftsnorm erwarteter Anforderungen wie regelmäßiger Schulbesuch, adäquate Körperhygiene, Eingliederung in das Vereinsleben des Sozialraumes, Reduzierung des Gewaltpotenziales der Familie und vieles mehr werden erst nach drei Phasen der Arbeit in der Familie realistisch. In der ersten Phase geht es neben der grundsätzlich notwendigen Erarbeitung einer Vertrauensbasis in einem hoch verunsicherten System um das Ziel des Selbstverstehens. Es ist notwendig, dass die Menschen in einem System ihr alltägliches Handeln und das zugrunde liegende Muster verstehen. Die Bereitstellung und Vermittlung von psychotraumatologischem Fachwissen auch im Rahmen von Biografiearbeit öffnet für jedes einzelne Familienmitglied die Tür, sich zu verstehen, um mit einem selbst versöhnlichen, gestärkten Selbstwert im weiteren Verlauf des Prozesses eine Akzeptanz des eigenen Erlebten zu erreichen. Diese beiden Arbeitsschritte sind die Grundvoraussetzung, um selbstregulative Verhaltensmuster zu erarbeiten und zu erlernen. Erst nach Absolvierung dieser Wegstrecke ist es realistisch möglich, an den an der Gesellschaftsnorm orientierten Zielsetzungen zu arbeiten. Eine Folge von Traumatisierung kann bei Eltern zu einer parentalen Hilflosigkeit führen. Die Wahrnehmung dieser Eltern ihren Kindern gegenüber ist verzerrt oder verengt. Es existiert eine Konfliktvermeidung im Umgang mit dem Symptomverhalten und Vermeidung von Präsenz. Erziehungsverantwortung wird tendenziell umgangen oder an andere delegiert. Oft ist eine fehlende Kooperation mit dem Erziehungspartner zu beobachten und eine Isolierung in der Erziehung; zudem besteht eine abgekoppelte Angst gegenüber allen Verselbstständigungstendenzen der Kinder (Korritko/Pleyer 2014). Auch auf der kommunikativen Ebene zwischen Eltern und Kindern sind erschwerende Veränderungen festzustellen. Eltern reagieren mit Hemmungen, Blockaden und Verzerrungen im Bereich der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit,