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Schlussgedanken
Erleben von stabilen Bindungsverhältnissen, Selbstwirksamkeit oder Selbstwert, müssen im Rahmen einer stationären Jugendhilfemaßnahme gezielt fokussiert werden (Schleiffer/Gahleitner 2010; Gahleitner 2021; Tiefenthaler 2024).
Schlussgedanken Deutlich wird: Damit stationäre Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann, ist es notwendig, eine zwischenmenschliche sowie räumliche Perspektive zu schaffen, in der eine fachliche Expertise und psychosoziale Stabilität Raum finden können (Gahleitner 2013; Schmid et al. 2010). Ziel aller Maßnahmen ist es, den Kindern und Jugendlichen einen lebbaren, identifikationsfähigen Alltag zu bieten, in welchem Raum für die persönliche Weiterentwicklung entsteht und trotz der oftmals traumatischen Belastungen Veränderungen möglich sind. Um dies gewährleisten zu können, ist es notwendig, die psychosozialen Fachkräfte auf die Anforderungen im pädagogischen Alltag vorzubereiten und ihnen Kenntnisse über theoretische Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten bei schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu vermitteln (Pauls 2013). Dieser Anspruch kann und sollte bereits mit dem Ankommen eines jungen Menschen in der Einrichtung umgesetzt werden (van Mil 2021). Traumapädagogik wird in diesem Zusammenhang weniger als Methode, sondern mehr als »Haltung« betrachtet. Spezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen in der Tätigkeit mit als schwierig bezeichneten Kindern und Jugendlichen bieten den psychosozialen Fachkräften nicht nur ein sicheres Kompetenzspektrum im pädagogischen Alltag, sondern auch die gebührende Wertschätzung und Anerkennung gegenüber ihrer eigenen Arbeit. Dies alles ist jedoch nicht möglich, ohne eine angemessene Einrichtungsstruktur, die für diese Form des Arbeitens einen stabilen und verlässlichen Rahmen bereitstellt. Der Fachverband Traumapädagogik (vormals BAG) hat aus diesem Grund traumapädagogische Standards entwickelt (Lang et al. 2013; auch bereits Bausum/Besser/ Kühn/Weiß 2023), die sich bewusst auch um strukturelle Aspekte der Traumapädagogik für engagierte Einrichtungen bemühen. Inzwischen arbeiten zahlreiche Einrichtungen erfolgreich nach diesen Standards, mehrere wurden vom Fachverband Traumapädagogik zertifiziert. Gut zehn Jahre nach ihrem Erscheinen wurden die Standards jüngst überarbeitet und aktualisiert (Schirmer in diesem Band). Zu den Forderungen gehört von Beginn an auch der Respekt gegenüber dem anspruchsvollen Versorgungssegment stationäre Hilfen. Denn: Respekt gegenüber der anspruchsvollen Situation und der von dieser geforderten hohen Qualifikation, eine angemessene Entlohnung und die adäquate personelle Besetzung dieses Arbeitsbereichs würden für viele Kinder und Jugendliche im Hilfesystem einen enormen Unterschied machen.
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