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Da hilft nur Geduld und Spucke
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Paris. Er vernachlässigte sie oder war besitzergreifend. Morgens wurde sie in aller Frühe
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bei jedem Wetter ohne Frühstück vor der Kita abgestellt, nachmittags alkoholisiert abgeholt. Luise malte ihre Situationen, um jedes Mal alles schwarz zu übermalen. Sie war
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distanzlos, sexualisiert, stellte alles Mögliche an. Sie stahl viel, fand keine Freunde und
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war gefürchtet. Sie raubte uns den letzten Nerv.
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»Ich hasse Dich« – Kinder psychisch kranker Eltern
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Eric lief an meiner Hand, »wir wollen Matchboxautos spielen«. Plötzlich riss er sich los,
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lief zu einer Kollegin, die einem Kleinkind die Schuhe band und schlug ihr mit dem Auto
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ein Loch in den Kopf. Dann blieb er stehen. Eric war kurz zuvor in Obhut genommen
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worden, seine Mutter war psychisch krank. Zwei Tage vor dem Geschehen war er bei ihr
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zu Besuch gewesen und hatte seine einjährige Schwester kennengelernt.
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»Dass Du mich festgehalten hast, war das Schlimmste« –
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Komplexe, chronische Traumatisierung
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Niklas, der Sohn einer drogenabhängigen minderjährigen Mutter – drei Wochen nach
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der Geburt fand das Jugendamt ihn völlig unterernährt und mit einer deformierten Wirbelsäule –, lebt in einer Pflegefamilie. Er ließ keine Bindung und Nähe zu, er verletzte
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sich und andere Kinder schwer. Nicht zu bändigen war er tags und nachts unterwegs. In
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keiner Krabbelgruppe, ja selbst im Schwimmbad war er nur in Einzelbetreuung tragbar.
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Mit Beginn der Kitazeit hatte sich daran nichts geändert, Einzelbetreuung zum Teil auf
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zehn Zentimeter Abstand. Er tobte und wütete, verletzte auch uns körperlich und randalierte. In der Übertragung waren wir schnell überfordert, wir spürten Ohnmacht, Wut
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und Erschöpfung.
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Wir suchten verzweifelt mögliche Wege. Oft musste ich ihn festhalten und konnte weder den Trigger erkennen noch die Flashbacks minimieren. Essen war zu dieser Zeit die
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einzige Möglichkeit, uns ein wenig zu beruhigen und zu reden. 13 Jahre später sagt er:
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»Das Schlimmste war, dass du mich festgehalten hast.« Dann war er gegangen und ich
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hatte gedacht, das ist das Einzige, was hilft.
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Der gute Grund
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All diese Kinder zeigen mit ihrem Verhalten, was ihnen passiert ist oder in welchen Verhältnissen sie noch leben. Nach dem Schock der Traumatisierung oder
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der immer wiederkehrenden Situationen beginnt sich auch die Lebenswelt wesentlich zu verändern.
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Mikel will nicht den Krebs kriegen. Die Menschen um ihn herum verändern
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ohne Erklärung ihr Verhalten. Oma kocht jetzt, Papa weint, das Einschlafritual ist
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anders, gefeiert und gelacht wird nicht, finanzielle Sorgen bestimmen den Alltag.
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Er hat Angst, wenn die Pädagogin nicht da ist.
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Yasser ist alles genommen, was er die ersten Jahre hatte: Bindungspersonen,
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Geschmack seiner Nahrung, Klima, Pflege, Heimat, Gerüche und Farben. Es mi-
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