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Schulische BildungsPraxis für vulnerable Kinder und Jugendliche
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RISKANTES LERNEN
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»Die Fähigkeit zu lernen setzt die Fähigkeit voraus, Ungewissheit zu ertragen […]«
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(Streeck-Fischer 2000, S. 142). Lernen heißt zum einen Neues zu entdecken, etwas
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Neues systematisch zu vernetzen (kumulatives Lernen) und zum anderen sich irritieren zu lassen, d. h. sich in Bewegung bringen zu lassen (reorganisierendes Lernen
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bzw. strukturelles Lernen), um daraus für sich sinnhafte neue Schemata zu bilden.
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Verändern sich individuelle Strukturen des Denkens und Handelns, dann geht dies
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mit einer gewissen emotionalen Verunsicherung einher, die wiederum Fähigkeiten
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zu Affektregulierung und zur Stresstoleranz braucht. Darin liegt eine Grundproblematik begründet, mit der Kinder und Jugendlichen mit höchsten biografischen Unsicherheits- und Ohnmachtserfahrungen beim Lernen zu kämpfen haben – dahingehend, dass Lernen vermieden wird, oder ›dass wieder alles weg ist‹.
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Sich von Inhalten berühren zu lassen, kann »zu einem unkalkulierbaren Risiko«
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(Katzenbach 2004, S. 92) werden, Stress und Angst erzeugen sowie ein Vermeiden
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als traumabedingte Lösungsstrategie notwendig machen. So stellt Ding heraus,
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dass problemorientiertes Lernen über kognitive Dissonanz die Ungewissheitstoleranz bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen übersteigen kann (Ding 2014).
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LERNEN ZWISCHEN INSTRUKTION UND KONSTRUKTION
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Für traumatisierte Kinder kann es zunächst hilfreich sein, ein zielorientiertes und
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strukturiertes Lernangebot zu bekommen auf der Basis instruktiver Vorgaben, das
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sich nun aber nicht in einer systematischen Vermittlung von intelligentem Wissen
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erschöpft, sondern eine Aneignung von Handlungswissen über konstruktive Arbeitsphasen unter besonderer Berücksichtigung von sozialen, affektiven und psychomotorischen Zielen anstrebt.
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Eine Öffnung von Unterricht meint nicht einen strukturlosen Unterricht, sondern einen auf soziale, emotionale und sensumotorische Aspekte des Lernens gerichteten Unterricht, der sich von engen lehrerzentrierten Vorgaben löst und über
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eine Modellierung differenzierter Lernanreizstrukturen Schüler*innen immer
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mehr bedürfnisorientierte Entscheidungsspielräume für ihre individuellen Lernprozesse zuweist. Dennoch muss trotz aller Hinwendung zu den einzelnen Schüler*innen differenziert werden, dass eine Umsetzung zentraler Methoden und
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Formen der neuen Lehr-Lernkultur wie selbstorganisiertes Lernen, offenes Werkstattlernen oder Formen freier Arbeit traumatisierte Schüler*innen – ohne strukturierende Einübung – schnell überfordern kann (Ding 2013, S. 61).
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BILDENDES LERNEN DURCH LERNINHALTE
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Ding arbeitet entlang unterrichtlicher Themenauswahl und mit Blick auf eine unterrichtliche »Kultur der Sinnlichkeit« das stärkende Potenzial ästhetischer Erfah-
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