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Vulnerabilität und schulisches Lernen
• Kultur der Anerkennung und Verletzbarkeit:
Die intersubjektive Angewiesenheit des Einzelnen auf den Anderen ist Ausdruck menschlich verfasster Verletzbarkeit. Schulische Praktiken der Anerkennung gehen nicht in einer PTBS Diagnostik auf, sondern beziehen die sozialen Prozesse von Bedrohung, Zerstörung und Verlust und vor allem ihren sozial-leiblichen »Entstehungsort« und ihren gesellschaftlichen »Schauplatz« mit ein. • Kultur der Sicherheit: Eine Kultur der Sicherheit bedeutet, dass Sicherheit im tagtäglichen Schulalltag über soziales Tun und symbolische Handlungen und Rituale in räumlichen Kontexten hergestellt wird. In Anlehnung an das traumapädagogische Konzept des »sicheren Ortes« nach Kühn (2013) braucht es »emotional-orientierte Dialoge« (Kühn 2013, S. 33) ebenso wie konkrete pädagogische Praktiken (Ding 2014, S. 183–194) sowie ein sicheres Verhältnis von Räumlichkeit und Körperlichkeit. • Kultur der Kooperation: Über »traumasensible Netzwerke« (Weiß 2014, S. 162f.) kann Schule eine zentrale Schaltstelle werden, um einerseits an professionelle Fachkräfte weiterzuleiten und andererseits in multiprofessionellen Teams intervenierend und fördernd tätig zu werden. So braucht es eine eng verzahnte Kooperation zwischen Elternarbeit, Schulsozialarbeit, Sonderpädagogik, Schulbegleitung, Jugendhilfe, Schulpsychologie, schulischer Krisenintervention und schulischer Notfallpsychologie. • Kultur der Partizipation und Solidarität: Das kulturelle Netz mit seinen bedeutungstragenden Elementen von Ritualen, Symbolen, Mythen und Habitus stellt eine Sinnordnung dar, die nicht nur orientierend wirkt, sondern einlädt, gemeinsam mit anderen am kulturellen Netz mitzuspinnen. Ins Leben ›hinein finden‹ bzw. in eine Spur kultureller Bedeutungen ›einzutreten‹ heißt damit, schulische Alltagspraktiken als Teil eines kulturellen Lebens und kultureller Werte erfahrbar werden zu lassen, ›lesbar‹, sozial teilbar und gestaltbar zu machen – als selbsttätiges Ringen um Bedeutung, welches stets in körperliche wie emotionale Handlungen eingelassen ist. Dabei geht es darum, sich in eine innere soziale verkörperte Sinn-ver-handlung einzuüben, sich in seiner selbstermächtigende (Mit-)Wirkung leiblich und affektiv zu erfahren – über eine feste Angebotsstruktur eines lebendigen und lebensnahen Schullebens (durch Aktionen und Aktivitäten wie Theateraufführungen, Projekte, Feste, Arbeitsgemeinschaften) in einem an sozialer Teilhabe orientierten Schulklima.
Vulnerabilität und schulisches Lernen Erziehung, Bildung und Lernen sind als intersubjektive Zusammenhänge weder völlig steuerbar noch herstellbar oder machbar. Zum Lernen wie auch zum Leben gehören Phasen des Stillstandes, des Scheiterns, des Steckenbleibens und des
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