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Reflektiert die gegenwärtige Traumapädagogik die Strukturkategorie Gender?

Macht- und Zugangschancen, letztlich Lebenschancen und die damit verbundenen Ungleichheitsverhältnisse nach wie vor stark genderspezifisch (vor)strukturiert.

Wie Gender in die stationäre Kinder- und Jugendhilfe kam Die Diskussion um den Stellenwert von Geschlecht in der Kinder- und Jugendhilfe wurzelt vor allem in der neuen Frauenbewegung, deren historischer Einfluss in den 1980er- und 1990er-Jahren besonders groß war. Aber auch die Politisierung der Sozialen Arbeit in den 1970er-Jahren führte zur Entwicklung emanzipatorischer Jugendarbeit. Feministische Gesellschaftskritik bezog sich auf die Geschlechterverhältnisse in allen Lebensbereichen und kritisierte die männlich geprägten Dominanzverhältnisse und Machtansprüche sowie die Marginalisierung von Frauen und Mädchen in unterschiedlichsten Lebensbereichen. Das Private, die Familie als »Frauenort«, spielte eine gesellschaftliche Nebenrolle, folgerichtig wurden Erziehungs-, Versorgungs- und Hausfrauentätigkeiten geringgeschätzt. Feministinnen übten Kritik an der Wahrnehmung von Frauen als Sexualobjekten sowie an der Sexualisierung weiblicher Körper, die sich in alltäglichen Erfahrungen von Sexismus und zugespitzt in körperlicher, sexualisierter und psychischer Gewalt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum realisierte. Erfahrungen von feministisch orientierten Fachkräften, also Sozial- und Diplompädagoginnen, Psychologinnen, Psychotherapeutinnen, Sozialarbeiterinnen und anderen Berufsgruppen, bestätigten immer wieder, dass es sich hierbei um oftmals lang anhaltende, sexualisierte Gewalterfahrungen in der Kindheit, in den Herkunftsfamilien, häufig durch direkte, oftmals männliche Verwandte handelte. Die vorherrschenden Konzepte der Einrichtungen wurden dieser spezifischen Klientel nicht gerecht. So stellten einige Praktikerinnen »schon damals […] fest, dass für Frauen andere, frauenspezifische Angebote in der Suchthilfe notwendig sind, in denen sie ihre Themen geschützt bearbeiten können. In denen die Geschlechterverhältnisse, die Normen und Erwartungen, die daraus für Frauen gelten, besprechbar werden, in denen die Reproduktion der Machtverhältnisse thematisiert und verhindert wird« (Peine/Preuss 2013, S. 9). Der häufig zitierte 6. Jugendbericht zur »Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen in der Bundesrepublik« (BT-Drs. 10/1007 1984) stellt hier vor allem für die Kinder- und Jugendhilfe einen wesentlichen Eckpfeiler dar. Basis der Arbeit waren das Angebot eines geschützten Raumes, die Förderung der Emanzipation der Mädchen/Frauen, das Prinzip der Parteilichkeit, die Förderung der Selbstachtung/Selbstwertschätzung von Mädchen/Frauen, die Erweiterung der Handlungsspielräume. Erneut auf den Genderdiskurs bezogen, erwies sich