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Die Pädagogik der Selbstbemächtigung
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und gibt Würde zurück: »Die wachsende Selbsterkenntnis kann zu befreienden
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Veränderungen und größerer innerer Selbständigkeit führen … und die unverständlichen, unkontrollierten Affekte werden, einmal aufgeklärt, besser beherrschbar und lösen sich vielleicht ganz auf« (ebenda S. 82). Würde sei als expliziten Wert der Traumatherapie zu begreifen – so Reddemann 2008 – das gilt auch
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für die Traumapädagogik.
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Voraussetzung von Selbstbewusstsein ist die intersubjektive Anerkennung der
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Identität, Voraussetzung von Selbstwert die soziale Anerkennung. Für traumatisierte Menschen gilt dies im Besonderen. Ohne Unterstützung und Anerkennung
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wird sich das erschütterte Welt- und Selbstverständnis nur schwer erholen. Im
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Umkehrschluss wirkt die faktische Nichtanerkennung der Schrecken auf das Subjekt: So löse z. B. das »Trauma der Straflosigkeit«, die Tatsache, dass die Menschenrechtsverletzungen während der Junta nicht gesühnt wurden, für die Opfer
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in Chile »intrapsychische und intrasubjektive Mechanismen aus, die genauso gravierende oder sogar schlimmere Bewusstseinsstörungen zur Folge haben können
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wie die Folter selbst« (Rojas 2005, S. 120). Keilson wies bereits 1979 in der Forschung zur sequenziellen Traumatisierung nach, dass für die psychischen Folgen
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von traumatischen Erfahrungen die Konstitution der sozialen Einbindung und
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Unterstützung nach diesen Erfahrungen entscheidender für die Entwicklung einer Traumatisierung sein können als das Ereignis selbst. Nichtanerkennung wird
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gesellschaftlich gravierende Folgen haben: »Unterdrückte und randständige
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Gruppen widersetzen sich nicht nur, weil sie bestimmte Interessen – materielle
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Versorgung, Gleichberechtigung etc. – durchsetzen wollen. Sie begehren auch
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auf, weil sie sich durch die Gegebenheiten gedemütigt, erniedrigt, ›beschämt‹, das
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heißt in ihrer Selbstachtung getroffen fühlen« (Honneth 2012, S. 148ff.). Eine
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Kultur der Anerkennung ist erforderlich, auch um den neoliberalen Kapitalismus
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vor sich selbst schützen: »[A]nderseits bemisst sich die Chance einer bestimmten
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Gesellschaft auf die ungezwungene Zustimmung der eigenen Mitglieder zu stoßen, an ihrer Fähigkeit zur Organisation von Anerkennungsverhältnissen« (Honneth 2012, S. 310).
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Selbstbemächtigung im individuellen und
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gesellschaftlichen Kontext
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Nicht zuletzt die Veränderungen der sozialen Verhältnisse, die teilweise Auflösung
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des Sozialstaates bestimmen die Inhalte der Selbstbemächtigung. Selbstsorge,
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Würde und Anerkennung werden durch Haltung, die Begleitung von Verstehensund Wiederaneignungsprozessen und den Respekt vor der Lebensleistung der
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Kinder und vor ihrer Autonomie zumindest teilweise hergestellt.
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