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Über alte und neue Belastungen
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Über alte und neue Belastungen
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Belastungen haben viele Facetten. Wir haben alte und neue Belastungen. Und es
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scheint uns wesentlich, dass die Gesamtheit der Belastungen – die alten und die
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neuen – von den Menschen, die uns begleiten. wahrgenommen werden. Unsere
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frühen Belastungen sind Resultate traumatischer – wir sagen herausfordernder –
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Lebensumstände:
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• Ich wurde häufig übergangen und missachtet, meine Grenzen nicht geachtet.
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• Ich war häufig alleine, vor allem mit meinen Emotionen.
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• Ich achte extrem auf Mimik, Gestik, Tonlage, Wortwahl, Aussprache anderer,
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um Gefahren einzuschätzen; das bedeutet eine hohe Anspannung und Konzentration auf die Stimmungslage anderer.
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• Ich beziehe alles auf mich selbst. Ich habe zwischenmenschliche Schwierigkeiten und viele seltsame Trigger.
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• Nur zeitlich begrenzte Ansprechpartner*innen zu haben, führt bei mit Vertrauensproblemen, Angst vor Verlassenwerden oder Selbstverletzungen jeglicher Art
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• Ich habe Angst vor körperlicher Gewalt, die von nahen Bezugspersonen drohte.
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• Ich schäme mich für die eigene Lebenssituation, eigentlich für alles.
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• Ich habe das Gefühl, nicht dazu zu gehören
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• Ich bin nicht gemeint, bin nicht wert zu leben. Das ist meine Grundannahme
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• Ich habe das grundsätzliche Gefühl, anders zu sein
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Auch das Leben in einer Institution ist belastend – das sind unsere aktuellen Belastungen, die auch durch die Übertragung alter Erfahrungen entstehen. Die alte Belastung/Erfahrung »Ich bin nicht gemeint« führt beispielsweise zu neuen Schwierigkeiten: Für uns ist es schwer, ernsthaftes Interesse von anderen als solches
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wahrzunehmen. Die ernst gemeinte Frage »Wie geht es Dir?« kann bei uns Scham
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und ein Gefühl von Schwäche auslösen. Auch die Erfahrungen, nicht genug zu
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bekommen, z. B. Essen, Aufmerksamkeit, Nähe, führen zu Futterneid oder dem
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generellen Gefühl, weniger zu haben als andere. Die Übertragung der alten Erfahrungen kann übermächtige Verlassenheitsängste auslösen.
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Das Leben in einer Institution ist auch aus folgenden Gründen nicht einfach für
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uns:
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• Man muss das Leid anderer, die man mag, aushalten.
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• Es gibt keinen Schutz vor anderen Kindern, die einen quälen.
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• Die Privatsphäre ist reduziert.
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• Es finden u. U. Manipulationen durch Kinder und Erwachsene statt.
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• Ausgrenzung ist möglich.
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• Das Gefühl, anders zu sein, welches sowieso eine Folge der herausfordernden
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Lebensumstände ist, wird durch die Reaktion der ›normalen‹ Welt, z. B. ihrer
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negativen Reaktionen auf unsere Heimkarriere, verstärkt.
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