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Ich bin Geschichte
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extrem belastenden Lebenserfahrungen zu verstehen. Im traumapädagogischen Kontext wurde diese Erkenntnis der Materialistischen Behindertenpädagogik später als
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»Konzept des Guten Grundes« (z. B. Weiß 2013) beschrieben. »Die Erkenntnis, ich habe
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einen Guten Grund, entlastet und gibt ein Stück Selbstvertrauen zurück, das mir geraubt wurde« (Weiß 2013, S. 147f.). Erst auf der Basis dieses Selbstverstehens sind
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Veränderungen und Verhaltensmodifikationen möglich, erst auf der Basis eines Verstehensprozesses des Gegenübers ergeben sich traumapädagogische Handlungs
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möglichkeiten.
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Ich bin Geschichte
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Die Bedeutungszunahme konstruktivistischer Erklärungsansätze in den
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1980er-Jahren führte über den naturwissenschaftlichen Bereich hinaus (Maturana/Varela 1984/2018) auch zu einem anderen Verständnis von psychischen Entwicklungs- und Erkenntnisprozessen des Menschen: Jegliche Form von Leben,
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vom Einzeller bis zu hochkomplexen Organismen, ist gekennzeichnet durch seine
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Selbstreferenzialität, d. h. durch permanente autopoietische Prozesse auf die Sicherung der Selbsterhaltung ausgerichtet:
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»Immer aber ist das Verhalten, das psychisch kranke und behinderte Menschen
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zeigen […], nicht ein Ergebnis einer andersartigen Subjektlogik, die einem intern determinierenden Ereignis (z. B. Hirnschaden) geschuldet ist, sondern ein
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Resultat der durch innere und/oder äußere Ereignisse dramatisch veränderten
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Möglichkeiten, Autonomie aufrechtzuerhalten« (Jantzen 1996/2012, S. 15).
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Über die Grundannahme von der Sinnhaftigkeit und Entwicklungslogik menschlichen Verhaltens hinaus braucht es also eine methodische Vorgehensweise zum
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Verständnis und zur Analyse der komplexen Wechselwirkungen im Austausch
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zwischen Individuum und Welt, auch unter extrem entwicklungsfeindlichen Bedingungen. Mit der rehistorisierenden Diagnostik (kurz: Rehistorisierung; Jantzen
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1996/2012) wurde eine solche Methode entwickelt:
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»Re-historisieren bedeutet Wieder-in-die-Geschichte-Versetzen. In dem hier diskutierten Zusammenhang hieße das, die Lebensgeschichte einer Person, deren
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Leben aus den Fugen geraten ist, wieder herzustellen, wieder in die Fugen zu
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bringen« (Weber 2006, S. 12).
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Grundlage der Rehistorisierung ist das Verständnis von Behinderungen als soziale
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Konstrukte:
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