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Milieutherapeutische und -pädagogische Konzepte
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Es besteht also berechtigt die Sorge, sich mit der Begrifflichkeit ›therapeutisches
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Milieu‹ therapeutischen und medizinisch-psychiatrischen Logiken zu unterwerfen (Krumenacker 1994), die letztlich gar nicht oder zumindest nicht alleine für
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das gesamte Wirkungsspektrum in der Kinder- und Jugendhilfe verantwortlich
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sind. Aus der Konzeption des ›therapeutischen Milieus‹ die Logik abzuleiten – wie
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dies durchaus häufig geschieht –, in stationären Kinder- und Jugendhilfekontexten
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sei es damit getan, qualifizierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen
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anzustellen und die Fachkräfte, die den Alltag mit den Kindern und Jugendlichen
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bestreiten, mit schlecht bezahltem und gering qualifiziertem ›Bodenpersonal‹ auszustatten, ist folglich ein fataler Irrtum. ›Therapeutisches Milieu‹ – oder unmissverständlicher ausgedrückt ›pädagogisch-therapeutisches Milieu‹ – bedeutet also
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offenbar »ausdrücklich nicht eine Therapeutisierung des Alltags, sondern eine explizite Betonung auf pädagogisch verwurzelte Betreuungskonzeptionen« (Gahleitner 2021, S. 10, Hervorhebung im Original). Der Artikel soll einen kurzen Überblick (ausführlicher hier und im Folgenden Gahleitner 2017; 2020; 2021) über
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Wurzeln und Inhalte pädagogisch-therapeutischer Milieukonzepte im Sinne einer
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milieuorientierten Traumapädagogik geben.
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Das therapeutische Milieu
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Milieutherapeutische Konzeptionen haben – wie bereits deutlich wurde (Dörr in
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diesem Band) – eine lange Geschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdichteten sich Überlegungen dazu in einer produktiven Synergie zwischen Psychoanalyse und Pädagogik. Insbesondere Bettelheim (1950/2007; 1964/1999; 1974/1990)
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und Redl (1971; 1978) prägten den Begriff und die inhaltliche Ausgestaltung. Die
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Überlegungen galten – wie heute – schwer verhaltensauffälligen Kindern aus
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Elendsvierteln mit früh erworbenen Problemlagen, die im herkömmlichen Setting
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einer ambulanten oder stationären Psychotherapie nicht ausreichend behandelbar
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waren. Nach der zentralen Aussage des ›therapeutischen Milieus‹ (Redl 1971) haben alle Faktoren in der Lebensumwelt des Kindes heilsame Auswirkungen, das
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Geschehen wird daher bewusst in den natürlichen interpersonalen und alltäglichen Lebenskontext zurückverlegt. Psychoanalytische Erkenntnisse wurden dadurch mit pädagogischen Erfahrungen zu einer Art ›psychotherapeutischer Erziehung‹ im Alltag verknüpft.
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Das »Hauptinteresse gilt dabei jenen 23 Stunden, die außer der psychotherapeutischen Sitzung vom Tag noch verbleiben – denn es ist dann und dort, dass das
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Milieu am stärksten zur Wirkung kommt« (Trieschmann/Whittaker/Brendtro
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1975, S. 23). Als Herzstück der Arbeit gilt dabei »ein von Erzieher und Kind gemeinsam durchlebter, tiefenpsychologisch reflektierter und gestalteter Alltag«
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(Krumenacker 2001, S. 18), der dem Bindungs-, Beziehungs- und Interaktionsge-
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