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Konzepte und Methodik Psychoanalytischer Pädagogik
Konzepte und Methodik Psychoanalytischer Pädagogik »Tatsächlich ist das unerhört Neue an der Psychoanalyse nicht die psychoanalytische Theorie, sondern der methodologische Standpunkt, daß die Hauptaufgabe der Verhaltenswissenschaft die Analyse der Auffassung des Menschen von sich selber sei« (Devereux 1973, S. 25).
Die Methodik einer selbstreflexiven Vergewisserung hinsichtlich der pädagogisch-professionellen Aufgabe, der eigenen Person ›als Werkzeug‹ gewahr zu werden, aber sie nicht zu Lasten der Adressatinnen manipulativ zu missbrauchen, wird durch psychoanalytische Konzepte, die auch für außeranalytische Beziehungsverläufe Gültigkeit haben, bereichert (Dörr/Müller 2019, S. 25). Dabei handelt es sich um tiefgreifende Konzepte, deren Aneignung in einem langen theoretischen und insbesondere persönlichen Prozess erfolgt, hoffentlich ohne der großen Gefahr zu erliegen, »das pädagogische Feld gedanklich und sprachlich als ein quasi-therapeutisches zu strukturieren« (Bittner 2015, S. 36). Mit dem Begriff »Wiederholungszwang« (Freud 1914) wird der unbewusste Prozess bezeichnet, in dem das Subjekt ehemals schmerzhafte, peinliche und/oder traumatische Erlebnisse zum eigenen psychischen Überleben aus der bewussten symbolischen Kommunikation ausschließen musste, sich aber diese so verstümmelten Erlebnisfiguren (in der Gegenwart = reiz-reaktiv) mit anderen Beziehungsfiguren wiederholen. Durch die Mechanismen der Projektion und projektiven Identifizierung haben die Beziehungspartnerinnen in diesem Geschehen den lebhaften (leiblichen) Eindruck, dass es sich um etwas ausschließlich durch das Gegenwärtige Motiviertes handelt. Dieses Zusammenspiel der Akteurinnen ist insbesondere in dem Begriffspaar »Übertragung und Gegenübertragung« erfasst: »Gegenübertragung ist der durch die Übertragung des anderen spezifisch aktualisierte Anteil eigener Übertragungsbereitschaften« (Muck 1978, S. 217) und kann, bewusst wahrgenommen, als Zugang zu den inneren Konflikten desder Adressat*in genutzt werden (Körner 1996). Die Entzifferung dieses Zusammenspiels wird durch das »Szenische Verstehen« angestrebt. Dabei geht es um ein Verstehen dessen, was zwischen den Beteiligten in der sozialen Situation geschieht und in denen es oftmals – ›mit gutem Grund‹ – um »die Reproduktion von sehr frühen traumatischen Erfahrungen und deren misslungenen Verarbeitungsversuchen« (Trescher 1985, S. 141) geht. Das szenische Verstehen bedient sich notwendigerweise auch des logischen und psychologischen Verstehens, geht aber darüber hinaus. Dies geschieht über ein emotionales Sich-Einlassen der Professionellen auf die gemeinsam hergestellten Interaktionen (Szenen), mit dem Ziel, die aus der Kommunikation ausgeschlossenen Praxisfigu-
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