2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/415.md

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Gegenstand und Verortung

Nachdem in den beiden vorangegangenen Prinzipien zum MpR Familien und Bildungsinstitutionen als die primären und sekundären Sozialisationsinstanzen analysiert wurden, richtet sich nun der Blick auf solche sozialen Systeme, die nicht ausdrücklich mit dem Ziel der Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Mitglieder etabliert wurden, aber dennoch von großer Relevanz für die Sozialisation sind. Es handelt sich hierbei um Erfahrung in der alltäglichen Lebenswelt, die als »tertiäre Sozialisationsinstanzen« fungieren. Familien sind die »primären Sozialisationsinstanzen«, weil sie die Grundstrukturen der Persönlichkeit eines Menschen prägen und den Aufbau der Fähigkeit zur Verarbeitung der inneren und der äußeren Realität unterstützen. Öffentliche Erziehungs- und Bildungseinrichtungen sind »sekundäre Sozialisationsinstanzen«, weil sie auf der Sozialisationsund Erziehungsarbeit der Familien aufbauend auf systematische Weise die für das gesellschaftliche und berufliche Leben wichtigen Sozial- und Leistungskompetenzen vermitteln. Die »tertiären Sozialisationsinstanzen« wurden in dieser Logik lange Zeit übersehen. Sie haben in den komplexen und stark differenzierten Gesellschaften der Gegenwart eine große Bedeutung erlangt und sind eng mit den primären und sekundären Sozialisationsinstanzen verflochten. Zum Beispiel wirkt die berufliche Erwerbsarbeit von Eltern ebenso wie die gemeinsame Nutzung der Massenmedien in Familien direkt und indirekt auf die Sozialisation der Familie ein und stellt für diese einen gesellschaftlichen Kontext dar. Die Sozialisationseinflüsse sind deshalb auch im Einzelnen oft gar nicht voneinander zu unterscheiden. Auch die Rolle digitaler Medien ist ein Beispiel, das zeigt, wie schnell sich Entwicklungen Bahn brechen und