1.8 KiB
Elternkoalition gegenübersehen, die zu den biologischen und den sozialen Kindern unterschiedliche Bindungen aufbaut. Veränderung der Rollen von Vätern und Müttern
In immer mehr Familien wandelt sich die traditionelle patriarchalische, durch die Dominanz des Mannes gekennzeichnete, in eine parentale Beziehungsstruktur, die gleichberechtigte Elternrollen definiert. Hierdurch entstehen neuartige Impulse für den kindlichen Sozialisationsprozess. Für Väter ergeben sich durch ein Engagement im Erziehungsprozess neue Erlebensqualitäten und die Erfahrung, über einen längeren Zeitraum zuverlässig für das Wohlergehen von Kindern sorgen zu können. Sie werden dadurch zunehmend stärker als Ratgeber, Vertrauensperson, Unterstützer, Konfliktlöser und zuverlässiger Partner geschätzt (Hill/Kopp 2013). Um sich ausprägen zu können, ist diese »neue Väterlichkeit« allerdings auf eine enge Partnerschaft angewiesen, in der die Aufgaben von Haushalt, Erziehung und der Pflege von Außenkontakten abgestimmt werden. Unterschiedliche soziale und emotionale Anforderungen von Müttern und Vätern gegenüber den Kindern sind aber für deren Persönlichkeitsentwicklung von Vorteil, weil sie die Vielfalt der Anregungen erhöhen. Eine lebendige und impulsreiche Vater-Mutter-Kind-Triade ist für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder jedenfalls in der Regel positiv. Kinder können sich in einer Dreierkonstellation je nach ihrem Entwicklungsstand aktiv diejenigen Anregungen holen, die für ihre Persönlichkeit besonders hilfreich sind. Kinder, die in Familien mit nur einem alleinerziehenden Elternteil aufwachsen, haben in dieser Hinsicht einen strukturellen Nachteil, der nur durch viele intensive Außenkontakte zu anderen Familien und zu öffentlichen Erziehungseinrichtungen ausgeglichen werden kann.