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Kann man deswegen aber durchgehend von einer flexiblen Struktur des Lebenslaufs sprechen? Tatsächlich ist auch hier Skepsis angebracht. Eine vollständige Flexibilisierung ist nicht zu erkennen. Noch immer sind es Standardvorstellungen, die eine Biografie prägen. Wenn es einmal erwartbar war, dass nach einer kurze Qualifikationsphase das Berufsleben an einem Ort, in einem Beruf stattfand, dann ist es heute das Gegenteil. Man wundert sich sogar, wenn jemand nicht geografisch mobil ist, keine lange oder sich ständig verlängernde Ausbildungsphase hat und das berufliche Profil nicht mindestens einmal wechselt. In gewisser Hinsicht finden hier Abwertungen solcher »Monobiografien« statt. Auf der anderen Seite aber Aufwertungen und »Distinktionen« der gehobenen, bildungsstarken Milieus. Die flexible Struktur des permanenten Wandels von Orten und Inhalten in Ausbildung und Beruf ist so etwas wie ein Standardleitfaden, an dem sich die Erwartungen an die Biografie heute abarbeiten. Flexibilität als neuer Standard und die unterschiedliche Fähigkeit, Flexibilität »organisieren« zu können, sind Momente, die deutlich machen, dass nur eine Ablösung alter Schemata beobachtet werden kann, ohne dass die neuen Schemata nun als vollkommen zwanglos anzusehen sind.