2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/270.md

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Chronische Spannungen, zum Beispiel andauernde Rollenkonflikte wie Doppelbelastung durch Arbeit und Haushalt, körperliche und nervliche Belastung in der Arbeitswelt, ständige Zeitüberlastung, enttäuschte Karriereerwartungen, unlösbare Konflikte mit dem Lebenspartner, emotionale Spannungen mit den Kindern. Schwierige Übergänge im Lebenslauf, zum Beispiel vom Jugend- in das Erwachsenenalter, von der Schule in die Arbeitswelt, vom Leben mit Kindern in das leere »Familiennest«, aus der Arbeitswelt in das Rentnerleben. Bei der ersten Ereignisgruppe ist die Möglichkeit, die Ursache der Belastung zu verändern, praktisch nicht gegeben, deswegen ist meist die Bewältigungsform »Gefühlsregulierung« die einzig mögliche. Dazu kann die Abschwächung der Bedeutung eines Ereignisses ebenso gehören wie die optimistische Einschätzung der weiteren Anspannungen und Belastungen etwa im Falle einer lebensgefährlichen Krankheit. Bei den beiden anderen Kategorien von Ereignissen ist hingegen eine instrumentell-problemlösende Form der Bewältigung möglich, die allerdings immer von angemessenen Formen der Gefühlsregulierung begleitet werden muss. Im Falle dauerhafter Rollenspannungen und Übergänge im Lebenslauf wäre aber die nur verdrängende und beschönigende Form der Gefühlsregulierung nicht hilfreich, denn im Kern geht es darum, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und die körperlichen und psychischen Verhaltensweisen hierauf einzustellen. Hilfreich ist deshalb ein flexibles Verhalten mit einer realistischen Bestandsaufnahme der Ausgangssituation und der Fähigkeit zur Neuorientierung des eigenen Verhaltens. Günstig ist auch die Fähigkeit, gute soziale Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen und aufrechtzuerhalten