1.6 KiB
Zusammenfassung lässt sich darum von einem Übergang sprechen. Es wird nicht mehr von einem starren Konzept der Entwicklungsaufgaben ausgegangen, sondern von der Bewältigung lebenslaufspezifischer Anforderungen der Realitätsverarbeitung, die dynamisch sind, sich sehr vielfältig unterscheiden können und nicht für alle Menschen immer gleich auftreten. Werden die vier großen Abschnitte oder Phasen des Lebenslaufes zu Grunde gelegt, lassen sich die jeweils spezifischen Ereignisse und damit verbundenen Anforderungen an die Persönlichkeitsentwicklung konturieren. In den Lebensphasen Kindheit, Jugend, Erwachsen- und Seniorenalter existieren jeweils spezifische Herausforderungen für die biografische Gestaltung und Rhythmisierung des Lebens. Die sich wandelnden Strukturen des Lebenslaufs und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Verarbeitung der inneren und äußeren Realität sind Ausgangspunkt der dritten Kernannahme des MpR und damit die Vorbereitung der beiden anderen Prinzipien, die sich auf die Entwicklung der Persönlichkeit im Lebenslauf beziehen.
6.2
Viertes Prinzip zur Bildung der Ich-Identität
Das vierte Prinzip verstärkt die Orientierung auf die Bewältigung lebenslaufspezifischer Anforderungen der Realitätsverarbeitung. Es fokussiert darauf, dass die Fähigkeit eines Individuums erwartet wird, den Ausgleich der Spannungen zwischen persönlicher Individuation und sozialer Integration vorzunehmen. Werden lebenslaufspezifische Anforderungen der Realitätsverarbeitung nicht bewältigt, ist der Aufbau der Ich-Identität gefährdet oder sogar unmöglich.