2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/255.md

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psychischen, kulturellen und sozialen Dimension ab. Der erste Schritt der Bewältigung besteht in der subjektiven Einschätzung der Situation und des Ausmaßes der Herausforderung. Anschließend erfolgt eine Einschätzung der eigenen Handlungsmöglichkeiten und der Chancen für eine Lösung. Das Spektrum der tatsächlichen Bewältigungshandlungen liegt dabei zwischen einem eher aktiven, gestaltenden und einem eher passiven, bewahrenden Pol. Dabei muss jedes Individuum auf die inneren Ressourcen zurückgreifen, die es in seinem bisherigen Verlauf des Lebens aufgebaut hat. Das soziale Umfeld wirkt durch Unterstützung und Rückmeldung bei diesem Bewältigungsprozess mit. Natürlich kann es sich bei Entwicklungsaufgaben niemals an universale, also überall und in allen historischen Epochen gleichbleibende Herausforderungen handeln. Im Gegenteil sogar, wie deutlich lebenslaufspezifische Anforderungen der Realitätsbewältigung einem Zeitkern unterworfen sind, zeigt sich allenthalben. Für Lebensbedingungen, die den unseren in technisch hochentwickelten, demokratisch-kapitalistischen und gleichzeitig individualistisch-konkurrenzorientierten Gesellschaften entsprechen, können wir sehr allgemein für die Lebensphasen unterscheiden: In der frühen Kindheit geht es darum, die grundlegenden sensorischen und motorischen Fertigkeiten zu entwickeln, die Bindungen zu den primären Bezugspersonen aufzubauen, anschließend soziale Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen und Sprache und Wahrnehmung zu schulen. In der Grundschulzeit werden dann intellektuelle Leistungen und das Einhalten sozialer Umgangsformen verlangt. Im Jugendalter ist die Veränderung der körperlichen Gestalt zu akzeptieren, eine Geschlechtsidentität zu entwickeln, die schulische Leistungsfähigkeit zu stärken