1.8 KiB
mit gelegentlichen Berufstätigkeiten und ehrenamtlichen Beschäftigungen typisch. Die biografischen Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich von denen im (jungen) Erwachsenenalter oft nicht mehr unterscheiden. Auch in der letzten Phase des Lebens ist bei vielen älteren Menschen noch ein »Un-Ruhestand« möglich. Erst ganz am Ende des Lebens trifft die traditionelle Vorstellung aus den Zeiten der Normal-Biografie noch zu, wonach das hohe Alter durch Rückzug und Austritt aus aktiven Lebensvollzügen gekennzeichnet ist. Die Lebensphase Senior verlängert sich auf einen insgesamt fünfzehn Jahre langen Abschnitt, der in seinem ersten Teil nicht mehr den Charakter des Ruhestands hatte, sondern durch vielfältige Aktivitäten gekennzeichnet war, die für das Erwachsenenleben typisch sind, bevor er im zweiten Teil in die Hochaltrigkeit übergeht. Der zunächst beschreibende Blick auf die unterschiedlichen Lebenslaufabschnitte ist durchaus instruktiv. Er soll in den Beschreibungen der Prinzipien 3, 4 und 5 fortgesetzt werden, um einige Trends der Entwicklung in den unterschiedlichen Lebensphasen zwischen Kindheit und Hochaltrigkeit abzubilden. Die einzelnen Lebensphasen Kindheit, Jugend, Erwachsenenund Seniorenalter sehen sich durchgehend Anforderungen an die produktive Verarbeitung der inneren und der äußeren Realität gegenüber. Dabei spiele die Unterschiede nach Fähigkeiten und Ressourcen zu Realitätsverarbeitung eine besonders zentrale Rolle. Mit der allgemeinen Anlehnung an die erörterten lebenslaufspezifischen Herausforderungen der Realitätsverarbeitung wird eine Schablone erzeugt, um die strukturellen Probleme zu identifizieren, die sich in der biografischen Entwicklung ergeben. Der Blick auf den Lebenslauf offenbart aber auch wichtige Variationen dieser Schablone. Die Möglichkeiten (oder auch Notwendigkeiten) zur »Produktion« der eigenen