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Handlungsvermögen wächst mit den Freiheiten, die Menschen in modernen Gesellschaften erfahren. Nicht in jedem Handlungsfeld, aber immer häufiger in den kreativen Bereichen des Lernens und Arbeitens ist Agency damit ein bedeutsamerer Faktor. Banduras Weiterentwicklung der älteren Überlegungen zu sozialem Lernen und Selbstwirksamkeit spiegelt die Potenziale des kognitiven Paradigmas für die Analyse von Lern- und Entwicklungsprozessen. In der Fachdiskussion sind diese Überlegungen sehr intensiv aufgenommen und weiterentwickelt worden. Viele sehen sogar im Agency Konzept eine Ähnlichkeit zu Bourdieus Habitustheorie (Emirbayer/Mische 1998) und verstehen Agency damit als ein Subjektkonzept, das in Sozialisationsprozessen immer mehr Berücksichtigung findet (Scherr 2012). Das dynamisch-interaktionistische Modell
Die Agency-Forschung ist bereits an der Schwelle, den Rahmen der kognitivistischen Ansätze innerhalb der psychologischen Lerntheorien zu überschreiten. Nach Petermann & Lohbeck (2015) ist der Aspekt der Selbstregulation des Lernens ein wesentlicher Indikator für die Zugehörigkeit zum konstruktivistischen Paradigma innerhalb der Lerntheorien, das dem kognitivistischen Paradigma nachfolgt. In diese Richtung geht auch ein Modell der Entwicklungspsychologie, das als dynamischinteraktionistisches Modell (Asendorpf/Wilpers 1998; Asendorpf/Neyer, 2012; Neyer/Lehnart 2015) bezeichnet wird, was im zweiten Prinzip des MpR in besonderer Weise zum Ausdruck kommt. Das dynamisch-interaktionistisches Modell verfolgt einen spezifischen Zugang, der Sozialisation »als Ausdruck dynamischer Wechselwirkungen beziehungsweise Transaktionen zwischen individuellen (Persönlichkeits-)Merkmalen und – überwiegend sozialen – Umweltbedingungen betrachtet. Das Individuum und seine