2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/231.md

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Das Besondere der Selbstbestimmungstheorie der
Motivation ist, dass sie die Entwicklung des Selbst in die
Ausprägung von Motivationstypen einbezieht. Hiernach
sind vor allem das Bedürfnis nach Kompetenz und
Wirksamkeit, das Bedürfnis nach Autonomie und
Selbstbestimmung sowie das Bedürfnis nach sozialer
Eingebundenheit und Zugehörigkeit eine feststehende
Grundlage der Persönlichkeitsstruktur. Diese Bedürfnisse
speisen wiederum sowohl die intrinsische als auch die
extrinsische Motivation. In sozialisationstheoretischer
Hinsicht sind damit wichtige Aspekte benannt, die vor
allem die Fähigkeiten des Individuums betreffen, Lern- und
Entwicklungsprozesse selbständig zu organisieren. Deci &
Ryan verfolgen hier ähnlich wie Piaget, Bandura und das
kognitive Lernparadigma die Argumentation, dass vor
allem die Autonomiebedingung ein zentraler Zugang zu den
Entfaltungsmöglichkeiten eines Individuums ist. Die
sozialen Kontexte, in den Menschen leben und aufwachsen,
fördern das Auftreten intrinsischer Motivation dann, wenn
sie die Bedürfnisse nach Autonomie und Kompetenz
unterstützen.
Die »Agency« Forschung
Eine weitere Ergänzung in der Theorieentwicklung des
kognitiven Paradigmas sind die Arbeiten zum Thema
»Agency«. Agency bezeichnet im Englischen das
Handlungszentrum eines Menschen. In der
psychologischen Debatte ist Agency als Fachterminus
entwickelt worden, um die Bedeutung personengebundener
Fähigkeiten der Informationsverarbeitung, des
Wissensaufbaus und der Verhaltenssteuerung zu
beschreiben. Wie die Selbstbestimmungstheorie der
Motivation steht sie in der Verlängerung der Annahmen
kognitiver Lern- und Entwicklungstheorien. Sie bauen auf
den Erkenntnissen Piagets und Banduras auf.