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bewerten und innerpsychisch neu einzuordnen. Dieser Erkenntnisakt setzt vor dem reaktiven oder aktiven Handeln ein. Umweltereignisse gehen in das Ordnungssystem und die Interpretationsmuster eines Individuums ein, werden dort bewertet und zur Grundlage späterer Handlungsorientierungen. Durch diese evaluative Fähigkeit wird die gezielte Orientierung und Strukturierung des eigenen Handelns erreicht. Die jüngeren Theorieimpulse aus der psychologisch, aber auch soziologisch geprägten Perspektive beinhalten viel Potenzial für das MpR. Inzwischen verdichtet sich eine Diskussionslinie, die das Innenleben der Persönlichkeitsentwicklung viel stärker macht als das in den klassischen Diskussionslinien der Fall war. Das kognitive und später das konstruktive Paradigma, die viele dieser Perspektiven erst möglich machten, legen einen Schwerpunkt auf die Fähigkeiten des Menschen, mit Interpretationen und Deutungen sozialer Realitäten umzugehen. Wie eine soziale Situation wirkt, hängt davon ab, wie diese wahrgenommen wird und wir sie angeeignet wird – aber auch davon, wie Deutungen verändert oder selbständig produziert werden. Das MpR betont mit dem zweiten Prinzip zur Produktion der eigenen Persönlichkeit diese Perspektive. Handeln wird teils bewusst, teils unbewusst an der Wahrnehmung und Bewertung vorausgegangener Umweltereignisse und erfahrungen ausgerichtet. Im Ergebnis bedingt dies im Idealfall die Fähigkeit zur »Reflexion des eigenen Entwicklungsprozesses und der eigenen Persönlichkeitsbildung« (Hurrelmann/Mürmann/Wissinger 1986, S. 100), die bereits in der Kindheitsphase einsetzt. Zur Persönlichkeitsentwicklung gehört nach dieser These die Akzeptanz der eigenen körperlichen und psychischen Anlagen und ihrer Veränderungen im Laufe des Lebens. Für die Steuerung der individuellen Persönlichkeit ist es