2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/205.md

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davon ist einem historischen Wandel ausgesetzt (so auch die Geschlechterverhältnisse oder andere Hierarchiebildungen), dieser Wandel liegt aber selten in den eigenen Händen. Um so stärker muss beachtet werden, welche Vorgaben aus der äußeren Realität für die Bewertungen kommen, die uns als Personen mit unseren jeweils spezifischen inneren Realitäten erreichen. Die mit dem MpR verbundene Sozialisationstheorie zieht hieraus erste Schlüsse, die die Verwobenheit der äußeren mit der inneren Realität betreffen. Daher geht das erste Prinzip von der grundlegenden Annahme aus, dass sich die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen im Wechselspiel von äußerer und innerer Realität vollzieht. Dieser Wechselbeziehung entspricht auch das Verhältnis von körperlichen und psychischen Anlagen auf der einen Seite sowie der sozialen, materiellen und symbolischen Umwelt auf der anderen. Die biologischen und genetischen Merkmale (oder auch der Genotyp als Gesamtheit aller genetischen Anlagen) legen die körperlichen Entwicklungsmöglichkeiten in gewisser Hinsicht fest. Sie stellen bestimmte Wahrscheinlichkeiten dar, die sich auch als Dispositionen für bestimmte Erkrankungen, körperliche Fähigkeiten oder Einschränkungen angesehen werden können. Diese Anlagefaktoren beeinflussen die Persönlichkeit und das Verhalten eines Menschen aber nicht direkt. Sie bestimmen vielmehr einen Möglichkeitsraum, aus dem einzelne Elemente aktiviert werden können. Wie groß der Einfluss der Anlagen als innerer Realität und der Umwelt als äußerer Realität auf die Persönlichkeitsentwicklung jeweils ist, lässt sich nicht genau sagen. Hierzu können nur Aussagen getroffen werden, die Einzelfälle umfassen. Wichtig für das erste Prinzip des MpR ist, dass die interdisziplinäre Forschung beide Realitäten berücksichtigen muss, weil sie sich in einem permanenten Interaktionsprozess befinden.