2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/154.md

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selbstsicher und gestaltungsbereit der äußeren Realität zuzuwenden, weil sie sensibel und kontrolliert mit ihrer inneren Realität umzugehen gelernt haben (Becker 1995, S. 263). Die Bedeutsamkeit stabiler Persönlichkeitsmerkmale zeigt sich nach dem »dynamisch-interaktionistischen Modell« (Neyer/Lehnart 2015) darin, dass sich Menschen zwar im Laufe ihres Lebens ändern, aber dennoch eine hohe Konstanz und Kontinuität zentraler Eigenschaften aufweisen. Trotz der Variabilität von Lebensläufen sind Menschen und ihre charakteristischen Eigenschaften erstaunlich robust und zugleich extrem anpassungsfähig. Diese stabilen Eigenschaften bedingen auch, dass Menschen ihre Umwelten aktiv aussuchen (Selektion), also aktiv entscheiden, welchen Einflüssen sie sich selbst aussetzen. Damit wird die soziale Umwelt immer mehr das Resultat einer gestaltenden Persönlichkeit. Hierbei spielen normative Übergänge (die einem festen, sozial geregelten Schema folgen, wie etwa der Schuleintritt und -austritt sowie der Berufsstart) und nicht-normative Transitionen (die also keinen vorhersehbaren Regeln folgen, wie etwa Flucht, Migration, Arbeitslosigkeit oder Krankheit) eine zusätzlich entscheidende Rolle. Gerade die letztgenannten Beispiele machen deutlich, dass der Wählbarkeitscharakter (der oben genannte Aspekt der Selektion) nicht immer mit selbst steuerbaren Wahloptionen verbunden ist. Dies ist der Anker für eine kritische Sicht auf die Eigenschaftstheorien der Persönlichkeitspsychologie. Annahmen dazu, dass Persönlichkeitsmerkmale eine hohe Beharrungskraft besitzen, bleiben in der wissenschaftlichen Diskussion nicht unwidersprochen (Haller/Müller 2006). Sie sind zumeist aus seiner spezifischen Sichtweise entwickelt, die vor allem durch das verhaltensgenetische Paradigma geprägt ist (Gerlitz/Schupp 2005). Das bedeutet, dass die Frage danach, wie bestimmte Persönlichkeitseigenschaften