2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/131.md

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auf die jeweils unterschiedlichen sozialen Anforderungen in
verschiedenen Handlungsbereichen bezieht (1969). Eine
Person muss sich nach dieser Auffassung mit sich selbst
identisch erleben, wenn sie zum Handeln fähig sein will.
Dazu sind eine realistische Selbstwahrnehmung und eine
positiv gefärbte Selbstbewertung Voraussetzung. Nur wenn
diese Bedingungen gegeben sind, können unterschiedliche
situative Anforderungen an das eigene Handeln und die
Koordination der verschiedenen Handlungsanforderungen
bewältigt werden.
In die Ausbildung einer Identität fließen Prozesse der
Selbstwahrnehmung und Selbstbewertung bei der
Aneignung und Auseinandersetzung mit der äußeren und
inneren Realität ein. Voraussetzung für den Aufbau der
Identität ist außerdem die realistische Wahrnehmung von
Handlungskompetenzen, Bedürfnis- und
Interessensstrukturen sowie eine insgesamt positiv
gefärbte Erfahrung der eigenen Handlungsfähigkeit in
sozialen Situationen (Geulen 1977). Krappmann versteht
Identität als eine organisierende und koordinierende
Instanz der Persönlichkeit mit zwei Komponenten: Als
»persönliche Identität« wird die Kontinuität und Konsistenz
des Selbsterlebens im Verlauf wechselnder
lebensgeschichtlicher und biografischer Umstände
bezeichnet, als »soziale Identität« die Kontinuität und
Konsistenz des Selbsterlebens in der Auseinandersetzung
mit den Anforderungen verschiedener gesellschaftlicher
Gruppen und Handlungsfelder.
Krappmann nennt seinen eigenen Ansatz »Soziologische
Dimensionen der Identität« (Krappmann 1969). Diese
soziologischen Dimensionen werden in zweifacher
Dimension in seinem Identitätsmodell berücksichtigt. Zum
einen als Ausgangsbedingung des Lernens und als
individueller Erfahrungsraum, in dem der Wissensvorrat
angelegt wird, der notwendig ist, um in menschlichen
Gesellschaften handlungsfähig zu werden. In dieser