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Erkenntnisweise. Seine synthetisierende Position
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beansprucht, diese divergierenden Auffassungen durch ein
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einheitliches Konzept, die Theorie der Praxis oder auch
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»praxeologische Erkenntnisweise«, aufzulösen.
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Bourdieus theoretische Orientierung enthält damit die
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Problematik, die die Sozialisationsforschung grundsätzlich
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kennzeichnet: die Spannung zwischen der sozial geprägten
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und der autonom handlungsfähigen Persönlichkeit.
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Bourdieus Arbeiten gehen von ethnografischen Feldstudien
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(also Praxisbeobachtungsstudien, in den die Forschenden
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im Feld sichtbar sind und teilnehmen) in Algerien der
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1950er Jahre aus. Darin bemüht er sich zunächst, die in der
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Ethnologie vorherrschende strukturalistische Theorie von
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Claude Levi-Strauss auf die Sozialtheorie zu übertragen,
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ohne dabei in die Annahme der Überdetermination sozialer
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Beziehungen zu verfallen, die typisch für das
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strukturfunktionalistische Denken ist. Die entscheidende
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Annahme seines von ihm so bezeichneten relationalen
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Paradigmas ist, dass der subjektive Handlungssinn »nicht
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dem Subjekt gehört, sondern dem kompletten System der
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Beziehungen« (Bourdieu 1970a, S. 18). Bourdieu entwickelt
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hiermit also keine Perspektive auf die soziale Struktur oder
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das Individuum. Sein Ansatz ist der der sozialen Praxis, der
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Handlungsbeziehungen und des Austausches in
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Interaktionen.
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Bourdieus Versuche, seinen Ansatz der Praxeologie
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genauer zu begründen, etikettieren das dem Ansatz zu
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Grunde liegende theoretische Hauptprinzip als
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strukturalistischen Konstruktivismus oder gleichbedeutend
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als konstruktivistischen Strukturalismus. Auch diese
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Unterscheidung soll die gegensätzlichen Erkenntnisweisen
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zum Verständnis der Produktion, Aufrechterhaltung und
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Reproduktion sozial ungleicher Machtverteilung
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verdeutlichen. Mit Strukturalismus verbindet er die
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Analyse objektiver Bedingungen, »die vom Bewusstsein
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und Willen der Handelnden unabhängig und in der Lage
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