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Raw Blame History

gesellschaftlichen Verhältnisse sind, und auch nur von diesen beeinflusst werden. Gegen eine solche vereinseitigende Lesart hat sich ein weiterer eigenständiger gesellschaftstheoretischer Zweig gewendet, der aber mit dem materialistischen Denken ebenso eng verbunden ist. Dieser Zweig wird von Vertretern der sogenannten »Frankfurter Schule« repräsentiert. Die »Frankfurter Schule« ist heute ein weit verzweigtes Netzwerk in der Soziologie, der Philosophie und anderen Fachrichtungen. In den Anfangsjahren gehörten ihr eine Gruppe interdisziplinärer Forscherinnen und Forscher an, die von den 1930er bis zu den 1960er Jahren die wissenschaftliche Diskussion in den Sozial- und Geisteswissenschaften in Deutschland deutlich prägten. Die meisten Vertreterinnen und Vertreter der Frankfurter Schule wurden ab 1933 in die Emigration gezwungen. Dadurch hat sich diese wichtige Denkrichtung internationalisiert und kehrte (vor allem über die USA) nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland in die sozialisationstheoretische Diskussion zurück. Zu den wichtigsten Vertretern der ersten Gegenration der Frankfurter Schule gehören Theodor W. Adorno (1903 1969), Max Horkheimer (18951973) und Herbert Marcuse (18981979). Obwohl alle drei keine identische Position vertreten, teilen sie Grundannahmen und ergänzen sich zumeist in einer immer komplexer werdenden Kritischen Theorie der Gesellschaft. Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Herrschaft

Von den Jahren der Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus abgesehen, befand sich das Zentrum der Kritischen Theorie am Institut für Sozialforschung der Universität Frankfurt am Main. Einflussreich war die Frankfurter Schule zum einen, weil sie den Theoriediskurs und die Anwendung empirischer Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften vorangetrieben hat; zum anderen