2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/061.md

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Raw Blame History

persönliche Entwicklung und Lebensgestaltung zu erschließen und somit zu autonomen Individuen zu werden? Es geht also darum zu verstehen, wie der Mensch als »Subjekt« als erlebendes, denkendes und handelndes Individuum den materiellen, sozialen und kulturellen »Objekten« seiner Umwelt gegenübertritt und sich gegenüber ihnen behauptet; und es geht darum zu klären, wie Menschen die Aufgabe lösen, mit ihrer genetischen Ausstattung an Trieben und Bedürfnissen und den angeborenen Temperaments- und Persönlichkeitsmerkmalen Anforderungen von Gesellschaft, Kultur und Ökonomie gerecht zu werden und dabei gleichzeitig den Status als einzigartiges Individuum zu sichern. In diesem zweiten Kapitel werden zunächst soziologische Theorien vorgestellt, um die beiden Leitfragen zu beantworten. Im anschließenden dritten Kapitel werden die psychologischen Ansätze erörtert. FRÜHE ANSÄTZE DER SOZIOLOGISCHEN THEORIE Die rasante Veränderung von Lebensbedingungen durch die Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen im Zuge der Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ist rasch zu einem bedeutenden Thema der zeitgleich entstehenden akademischen Soziologie geworden. Moderne Gesellschaften werden immer komplexer, weil nicht mehr alle Tätigkeiten des täglichen Lebens unter einem Dach ausgeübt werden. Dadurch nimmt die Arbeitsteilung moderner Gesellschaften zu (Familie, Arbeit, Konsum etc.). Jeder Mensch spielt verschiedene Rollen in unterschiedlichen Kontexten. So wurde schon in den frühen soziologischen Ansätzen die Frage immer drängender, wie trotz der Differenzierung von Lebensweisen und der