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bedingte Beeinflussung und Ausprägung der Persönlichkeitsstruktur eines Menschen infrage gestellt. Der Begriff »produktive Verarbeitung« drückt aus, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität um einen aktiven Prozess handelt, in dem der einzelne Mensch eine individuelle, den eigenen Voraussetzungen und Bedürfnissen angemessene Form wählt. Das zweite Prinzip der Produktion der eigenen Persönlichkeit hebt daher darauf ab, dass Menschen als Produzentinnen und Produzenten ihrer eigenen Entwicklung angesehen werden, weil sie von der frühesten Entwicklung als Säugling und als Kleinkind an, über das Jugendalter und das Erwachsenenalter hinweg bis ins hohe Alter hinein eine Verarbeitung der inneren und äußeren Realität vornehmen, die ihren individuellen Merkmalen, Fähigkeiten und verfügbaren Ressourcen entspricht. Die Verarbeitung ist »produktiv«, weil sie sich aus der jeweils individuell besonderen Auseinandersetzung mit den inneren und äußeren Bedingungen ergibt. Für die aktuelle Einordnung des zweiten Prinzips sind heute viele neue Theoriestränge relevant. Hierzu gehören u. a. die Selbstbestimmungstheorie der Motivation (im Englischen »Self-Determination Theory«), die als eine neue Lern- und Motivationstheorie anzusehen ist. Eine weitere Ergänzung in der Theorieentwicklung des kognitiven Paradigmas sind die Arbeiten zum Thema »Agency«. Agency bezeichnet im Englischen das Handlungszentrum eines Menschen. In der psychologischen Debatte ist Agency als Fachterminus entwickelt worden, um die Bedeutung personengebundener Fähigkeiten der Informationsverarbeitung, des Wissensaufbaus und der Verhaltenssteuerung zu beschreiben. In diesen Kontext gehört auch das »dynamisch-interaktionistische Modell« der Entwicklung, das ebenfalls aus der Psychologie stammt.