2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/041.md

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zur Psychologie stoßender Wissenschaftler, dessen
Erkenntnisse eine Symbiose darstellen, die in der Zeit der
sich etablierenden Wissenschaft der Psyche sicher weniger
überraschend sind als es in der Rückschau erscheint. Freud
verbindet das Wissen der physiologisch vorgehenden
Psychologie mit seinen Vermutungen über das
Zusammenspiel der menschlichen Natur (den »Trieben«)
mit gesellschaftlichen Einflüssen (dem »Über-Ich«) und der
Ausbildung einer Persönlichkeit (dem »Ich«). Freuds
zweifellos revolutionäre Erkenntnisse lassen das
Individuum im dauernden Spannungsverhältnis dieser drei
Kräfte erscheinen und leiten daraus Annahmen über
menschliche Handlungen und innerlich erlebt Konflikte ab.
Die sich hiergegen entwickelnden psychologischen
Lerntheorien sind schon in der Anlage, ihrem Bezug auf
das vorhandene Wissen, ihr methodisches Vorgehen und
die Konsequenzen fast durchgehend gegensätzlich zu
verstehen. John B. Watson ist der Begründer des
Behaviorismus, der neben der Psychoanalyse am Beginn
der Psychologiegeschichte des 20. Jahrhunderts steht.
Watson stammt aus den USA, war ausgebildeter Lehrer und
Vertreter der experimentellen Psychologie. Seine
Lernexperimente zeigen nicht nur sehr detailliert, wie
Lernanreize und Belohnungen Einfluss auf die
Lernfähigkeit eines Menschen nehmen. Watson geht sogar
so weit zu behaupten, dass menschliches Verhalten immer
nur die Reaktion auf Reize aus der Umwelt darstellt.
Watson hält damit Menschen für nahezu unendlich
veränderbar. Immer abhängig davon, welchen Reizen,
Gewohnheiten und Belohnungen sie ausgesetzt sind.
Tatsächlich so die These Watsons braucht es dann gar
nicht mehr die Annahme eines menschlichen Bewusstseins
(die große Domäne der Psychoanalyse), alles funktioniert
im Denken des Behaviorismus durch den Mechanismus der
Reiz-Reaktionsketten.