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können aber auch Individuierungs- und Abweichungseffekte erzeugen (so das beschriebene Beispiel des Soziologen Eribon im Rückblick auf seine eigene Lebensgeschichte). In den folgenden Kapiteln geht um die generelle Verortung eines theoretischen Blickwinkels und auch um eine umfassende Gesamtschau der Erkenntnisse der Sozialisationsforschung. In den Kapiteln 2 und 3 wird eine Übersicht über soziologische und psychologische Basistheorien der Sozialisation gegeben. Hierbei wird von einem Kapitel zur soziologischen und psychologischen Propädeutik gesprochen, weil Basis- und Lehrbuchtheorien der Sozialisationsforschung vorgestellt werden. Im engeren Sinne ist als Propädeutik die Einführung in Terminologie und Grundlagen einer Wissenschaft zu verstehen. Diese ist durchaus nötig und spielt in der Einführung von Beginn an eine große Rolle. Sie erschien zum ersten Mal im Jahr 1986 und vermittelte einen systematischen Überblick über das damals noch sehr junge Gebiet der Sozialisationstheorien. Es hatte sich in den 1960er und 1970er Jahren sehr schnell entwickelt und war durch ein breites, kontroverses Spektrum von theoretischen Ansätzen gekennzeichnet. Auf der einen Seite standen soziologische Positionen, die von einer starken Beeinflussung der Persönlichkeit eines Menschen durch gesellschaftliche Bedingungen ausgingen. Die Gegenposition bildeten psychologische Theorien mit der Annahme, eine Persönlichkeit entwickelte sich durch innere Antriebe. Mit der Einführung wurde das erste Mal versucht, die Gräben zu überbrücken und eine umfassendere Sichtweise auf Sozialisation zu entwickeln. Es ging darum, Vorstellungen der gesellschaftlichen Determination der Persönlichkeitsentwicklung ebenso zu überwinden wie solche der naturgesetzlich bestimmten organischen und psychischen Reifung. Auf diese Weise wurde eine