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noch bis in die 1960er Jahre hinein zahlreiche, über die Zeit hinweg stabile Mentalitätsähnlichkeiten (»Arbeiterkultur«) erkannt werden konnten, sind diese heute fast ganz verschwunden. Die wissenschaftliche Perspektive schließt an dieses intuitive Verständnis, das wir alle als Beobachter unserer Umwelt mitbringen, an. Mit den Veränderungen der Wohnumfelder, dem Wandel der Arbeitsbedingungen und des Erwerbsbereiches (weg von der manuellen Produktion hin zur Dienstleistung), dem wachsenden Einfluss der Bildung (dem Einbezug immer mehr Angehöriger der früheren Arbeiterkultur in die verlängerten Ausbildungs- und Bildungswege) sowie der medialen und digitalen Durchdringung des gesamten Lebens kommt es zur Herausbildung vielfältiger sozialer Milieus. Hieraus entstehen neuartige Mentalitäten und Verhaltensmuster. Während noch in den 1960er Jahren die Milieus der manuellen Arbeit ihre Lebensziele ganz selbstverständlich auf Erwerbsarbeit ausrichteten und Bildung kaum bedeutsam für die Lebenswege war, hat sich diese Mentalität bis heute radikal verändert. Eine starke Bildungsorientierung ist inzwischen zu einem alle Milieus vereinheitlichenden Modus geworden – unabhängig davon, ob alle auch die gleichen Möglichkeiten haben, eine starke Bildungsorientierung in die Realität umzusetzen. Unterschiedliche Mentalitäten sind demnach einem historischen Wandel unterworfen und reagieren auf unterschiedliche gesellschaftliche Ausgangsbedingungen. Mentalitäten variieren, können sich aber auch ähneln oder ganze gesellschaftliche Gruppen beschreiben (in solchen Fällen sprechen wir von sozialen Milieus). Intuitiv weiß jeder Mensch, wie ein bestimmter äußerer Einfluss wirkt. Zum Beispiel die konjunkturell bedingte Arbeitslosigkeit nach der Weltwirtschaftskrise 2007/2008. Sie hängt nicht nur von den äußeren Bedingungen ab, sondern auch von den persönlichen Eigenschaften und Ausgangsbedingungen des davon betroffenen Menschen. Bei vielen Menschen