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Gesellschaft hat. Später kamen viele neue Fragestellungen hinzu und auch unterschiedliche disziplinäre Koalitionen. Vor rund 50 Jahren waren die Biologie und Genetik noch Gegenspieler der Sozialisationsforschung. Heute sind sie genauso wie die neurowissenschaftliche Forschung Verbündete geworden. Wir wissen heute, dass die Epigenetik durch soziale Einflüsse veränderbar ist und der Aufbau unserer neuronalen Vernetzungen von der Nahrung durch die Erfahrungen lebt, die Menschen im sozialen Zusammenleben machen. Gleichzeitig ist eine wichtige Korrektur in der Debatte vorgenommen haben. Während die ursprünglichen Ansätze Sozialisation mit der Denkfigur des noch-nicht-fertigen Menschen assoziierten, gehen jüngere Ansätze von der frühen Handlungsfähigkeit eines jeden Individuums aus. Umgekehrt wird heute nicht mehr angenommen, dass der Mensch wie eine Marionette an den Fäden der Beeinflussung durch die Umwelt hängt. Vielmehr gehen aktuelle Ansätze von einer komplexen, menschlichen Persönlichkeitsstruktur aus, die die inneren und äußeren Bedingungen sehr sensibel wahrnimmt, auf diese reagieren kann und selbst aktiv handelt. Aus dieser Grundüberlegung ist vor rund 40 Jahren das »Modell der produktiven Realitätsverarbeitung« (MpR) in der Sozialisationsforschung entstanden. Dieses Modell ist seitdem zu einem wichtigen Element in der wissenschaftlichen Forschung geworden und hat den Weg in die Curricula von Schulen und Hochschulen gefunden. In diesem Sinne ist auch die Einführung in die Sozialisationsforschung von der ersten Auflage an als ein Lern- und Studienbuch konzipiert worden, das sich neben dem wissenschaftlichen Fachpublikum an Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen, an Lehrerinnen und Lehrer sowie an Schülerinnen und Schüler wendet. Die »Einführung in die Sozialisationstheorie« wurde bis zur 10. Auflage 2012 von Klaus Hurrelmann als alleinigem