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Hochuli Freund
31.7.17 S. 260
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
ders geprägt. Später öffneten sich die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Dennoch waren die Interessen bedingt durch die Sozialisation andere als die der späteren Generationen.
Bei Entscheidungsfragen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit »Ich weiss es nicht« oder »Das können Sie entscheiden« antworten. Auch um dieser Problematik auszuweichen, bietet es sich, an
die Vergangenheit zu berücksichtigen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner
werden redseliger, wenn sie aus der Vergangenheit erzählen können. Anhand
dieser Überlegungen habe ich mich entschieden, Gegenwart und Vergangenheit
bei der Situationserfassung zu beachten.
Zum methodischen Vorgehen habe ich mir überlegt, wie ich standardisiert
zu den wichtigsten Informationen gelangen kann. Da ich die Situationserfassung in direkten Gesprächen und in Kooperation mit den Bewohnerinnen und
Bewohnern machen möchte, bietet es sich an, Erkundungsgespräche zu führen.
In den Erkundungsgesprächen geht es darum, Information zu verschiedenen Lebensbereichen der Klientel zu erhalten (vgl. ebd.:159). In einem formellen Gespräch, das sich orientiert an den Interessen, Wünsche und Bedürfnissen, möchte ich zu den benötigten Informationen kommen. Methodisch orientiere ich
mich an den offenen Fragen des narrativen Interviews. Zu Beginn wird den Bewohnerinnen und Bewohnern der Sinn und Hintergrund des Gesprächs erklärt.
Dies stellt die Phase des Vorgesprächs dar (vgl. ebd.:160f.). In der Einstiegsphase geht es darum, die Personen zum Erzählen zu motivieren. Mit einer offen
formulierten Fragestellung mit Bezug zur Vergangenheit wird dies bewerkstelligen. Danach wird mit einer weiteren Frage zur Gegenwart eine zweite Erzählphase eingeleitet. Während der Erzählungen werden Fragen ad hoc gestellt.
Zum Schluss werden allenfalls noch Nachfragen gestellt und gefragt, ob wichtiges nicht gesagt werden konnte. Während der Gespräche werde ich Notizen
machen und dies im Vorfeld erwähnen, denn es könnte sein, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit Sehbeeinträchtigung nicht recht erkennen können,
was ich mache, und das könnte irritierend wirken.
Umsetzung
Ich habe mir die genaue Fragestellung für die Einstiegsphase und die zweite
Erzählphase notiert, um bei allen Bewohnerinnen und Bewohner gleich vorzugehen. Ausserdem erstelle ich einen groben Zeitplan der 13 Personen. Den
Zeitaufwand schätze ich pro Person zwischen 15 und 30 Minuten. Die Planung ist daher nur ungefähr, weil die Gespräche neben der gewohnten Arbeit im Dienst geführt werden. Es kann vorkommen, dass keine Zeit an einem bestimmten Tag gefunden wird. Es können sich jedoch auch spontane
Situationen ergeben, in denen sich ein Gespräch anbietet.
Orientiert an meinem Plan bin ich von Zimmer zu Zimmer gegangen. Das
Vorgehen war immer das Gleiche. Ich frage nach, ob die Person Lust und
Zeit für ein kurzes Gespräch hat. Stimmt die Person zu, erkläre ich, dass ich
gerne in Zusammenhang mit meinem Studium eine kleine Umfrage bei allen
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