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Hochuli Freund
31.7.17 S. 228
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
Für mich wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass man versucht eine soziale Diagnose zu machen, also einen Fall zu verstehen, bevor man Ziele formuliert und Interventionen plant. Vorher hatte ich lediglich überlegt, wie wir Lea dazu bringen könnten, mit anderen Kindern zu sprechen. Jetzt sehe ich weitere Aspekte, die eine Rolle spielen und erkenne neue Ansatzpunkte für unser Handeln. Die Kooperation mit Lea bereitete mir im Vorfeld Kopfzerbrechen. Ich hatte zunächst keine Ahnung, wie ich die Ergebnisse der sozialen Diagnose mit ihr besprechen könnte. Am liebsten hätte ich auch geschwiegen – genau so, wie das ja auch Lea manchmal passiert. Ich stellte mich aber dieser Herausforderung, bemühte mich, die Hypothesen zu vereinfachen und für Lea verständlich zu formulieren. Ich hatte das Gefühl, dass sie meinen Überlegungen folgen und ihnen wirklich zustimmen konnte. Es freute mich sehr, dass die Hypothesen Lea zum Denken anregten und sie sogar eigene Erlebnisse einbrachte. Ich erlebte dieses Gespräch als sehr bereichernd, auch für mich selber, das nächste Mal werde ich es wieder so machen. Bei schwerhörigen Kindern, die kommunikativ schwächer sind, werde ich mir eine visuelle oder interaktive Methode überlegen.
2.4
Ziele, Intervention und Evaluation
Die weitere Arbeit auf der Grundlage dieser analytisch-diagnostische Erkenntnisse werde ich im Folgenden nur kurz schildern. Auf Grund der Ergebnisse in der Diagnose formulierte ich zunächst gemeinsam mit Lea Ziele, zwei Grobziele sowie die dazugehörigen Feinziele (Bildungsziele BZ). Im Team vereinbarten wir mehrere Unterstützungsziele (UZ). • Grobziel 1 (BZ): Lea gelingt es, sich in konkreten Situationen ihren Ängsten zu stellen und diese zu überwinden. – Feinziel 1.1 (UZ): Immer, wenn es Lea gelingt, eine Angst zu überwinden, wird sie von den Sozialpädagoginnen gelobt und das Erfolgserlebnis wird angemessen ›gefeiert‹. – Feinziel 1.2 (UZ): Die Sozialpädagoginnen können erkennen, wenn es Lea gelingt, eine Angst zu überwinden, und dafür sorgen, dass das Erfolgserlebnis angemessen ›gefeiert‹ wird. – Feinziel 1.3 (UZ): Die Sozialpädagoginnen wissen, wie sie Lea in angsterfüllten Situationen begleiten, besprechen mit ihr die Vorgehensweise vor und vereinbaren ein Notfallszenario. – Feinziel 1.4 (BZ): Lea kann ihre Ängste benennen und diese überwinden. – Feinziel 1.5 (BZ): Lea kann auf einer Erfolgsliste Situationen festhalten, in denen es ihr gelungen ist, sich ihren Ängsten zu stellen. • Grobziel 2 (BZ): Lea kann mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen und mit ihnen reden. – Feinziel 2.1 (UZ): Die Sozialpädagoginnen fördern Situationen, in denen Lea mit anderen Kindern Kontakt haben kann. – Feinziel 2.2 (UZ): Wenn es Lea gelingt, mit einem Kind Kontakt aufzunehmen oder mit anderen Kindern zu sprechen, bekommt sie auf ihrem 228