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Nachweis sieht, dass eine nummerierte Codierung von Problemen für den
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Bereich der Sozialen Arbeit grundsätzlich möglich ist.
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9.5.2
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Leitbogen der PRO-ZIEL-Basisdiagnostik
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Maja Heiner hat ein integratives Konzept von ›Diagnostik‹ für alle
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prozessorientierten Dienstleistungsangebote der Sozialen Arbeit
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entwickelt, das sie PRO-ZIEL-Basisdiagnostik nennt (vgl. Heiner 2004a,
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2004c). Das Konzept basiert auf der handlungstheoretischen Prämisse, dass
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problematische Situationen, in denen sich Klienten befinden, auf vier
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Diskrepanzen zurückzuführen sind: auf Norm-, Kompetenz-, Motivationsund/oder Ressourcendiskrepanzen (vgl. Heiner 2004a:219 f.). Die PRO ZIEL
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Basisdiagnostik besteht aus vier Bausteinen. Kernstück ist ein zweiseitiger
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Leitbogen, den Heiner selbst als »teilstandardisiertes Analyse- und
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Dokumentationsraster« bezeichnet (2004a:220); es sollte mit dem Klienten
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gemeinsam ausgefüllt werden und ihnen in Kopie übergeben werden. Mit
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dem Leitbogen soll umfassend die Belastung in allen Lebensbereichen
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analysiert werden können (vgl. Heiner 2004d:102). Es werden
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7 Lebensbereiche unterschieden und mit insgesamt 32 Items erfasst:
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• Gesundheit/Befindlichkeit (mit 6 Items, u. a. körperliche Gesundheit,
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Leistungsvermögen, Alltagsbewältigung),
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• Familie (mit 6 Items, u. a. Partnerschaft, Elternschaft),
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• Ausbildung/Beschäftigung (mit 4 Items, u. a. Schule/Ausbildung,
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Arbeitsmarktchancen),
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• Einkommen/Finanzen (mit 4 Items, u. a. Transfereinkommen, finanzielle
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Verpflichtungen),
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• Unterkunft/Umfeld/Infrastruktur (mit 4 Items, u. a. eigene Wohnung,
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Wohnumfeld),
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• soziale/kulturelle Integration (mit 5 Items, u. a. Legalstatus,
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Mitgliedschaften, Soziale Kontakte),
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• Beziehung Klient/Fachkraft (mit 3 Items: Kooperation, Erleben,
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Sonstiges).
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Bei jedem Item wird der Grad der Belastung eingeschätzt (auf einer
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fünfstufigen Skala von niedrig bis hoch), wobei die Einschätzung der
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Klientin wie auch der Sozialarbeiterin notiert wird. Außerdem können bei
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jedem Lebensbereich Anmerkungen eingefügt werden zu Dauer des
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Problems und zum Umgang des Klienten mit dem Problem und zu ihren
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Ressourcen. Auf der zweiten Seite des Bogens wird die auf der
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Problemanalyse aufbauende Zielfindung festgehalten und datiert; später
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kann die Evaluation der Zielannäherung hier dokumentiert und der
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Belastungsgrad nochmals beurteilt werden. (Hinweis: Der Bogen findet sich
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in Heiner 2004a:222–224, außerdem steht er als PDF frei zur Verfügung:
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https://www.deutscher-verein.de/de/der-buchshop-des-deutschenvereins-h-24-download-3523.html).
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Zweiter Baustein ist der Ergänzungsbogen ›Zielbezogene,
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mehrperspektivische Lageanalyse‹. Er wird beigezogen, wenn sich im
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Leitbogen Differenzen bei der Problemwahrnehmung, -bewertung und -
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