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Hochuli Freund
31.7.17 S. 140
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
Sie zeigt sich in einem kurzen reflexiven Innehalten vor dem Handeln, bei dem
nach Erklärungen gesucht wird (immer wieder neu) und in der Bescheidenheit
und dem Wissen, dass es sich dabei nur um einen Versuch handelt, etwas zu erklären und zu verstehen.
2.4
Ziele
»Ziele umschreiben einen anzustrebenden Sollzustand und sind für den weiteren Unterstützungsprozess handlungsleitend. Gestützt auf Diagnose oder
Analyse sollen in Zusammenarbeit mit dem Klienten(system) realisierbare
Ziele gefunden, ausgehandelt, formuliert und vereinbart werden. Dabei sind
alle Begleitumstände zu berücksichtigen und mögliche Zielkonflikte zu vermeiden. Die Ziele werden unterteilt in Bildungsziele für die Klienten (die nur
von den Klienten formuliert oder von ihnen übernommen werden) und in
Unterstützungsziele (für die Professionellen). Ziel in diesem Prozessschritt ist
eine Richtung für den Unterstützungsprozess zu bestimmen und damit Voraussetzungen für die Interventionsplanung zu schaffen.« (Hochuli Freund/
Stotz 2015:269).
Die bisherigen Prozessschritte waren Teil der analytischen Phase der Prozessgestaltung, in welcher der Blick in die Gegenwart und teilweise in die Vergangenheit gerichtet war. In der Analyse wurde herausgearbeitet, worum genau es
geht in einem Fall und vielleicht ergab sich daraus bereits ein Veränderungs-/
Handlungsbedarf. Mit der Diagnose wurde die Tiefendimension des Falls erschlossen, wurden Hypothesen erarbeitet, was beim Unterstützungsprozess alles
berücksichtigt werden muss. Nun richtet sich der Blick in die Zukunft: Was
soll sich angesichts dieses Wissens verändern, wie sieht ein erwünschter Zustand aus? Es gilt, mit allen wichtigen Beteiligten insbesondere der Klientin
selber Ziele zu vereinbaren, um dem (Re-)Integrationsprozess eine Richtung
zu geben.
Mit der Formulierung von Grobzielen werden die angestrebten Veränderungen als erreichbar umschrieben (z. B. »Ich habe eine interessante Stelle gefunden, bei der ich mich den Anforderungen gewachsen fühle und ich viele Kontakte zu anderen Menschen habe«). Ziele, die der Klient selber erreichen will,
sind sog. Bildungsziele; sie sind positiv zu formulieren (»Ich bin fähig, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen«, statt: »Ich komme nicht mehr zu spät zur Arbeit«), beziehen sich auf wichtige eigene Wünsche und wirken damit motivierend.
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