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Hochuli Freund
31.7.17 S. 90
Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
Abb. 11: Wenceslaus Hollar, Landscape shaped like a face
Als zweites Beispiel soll der 1813 erschienene Roman Pride and Prejudice von
Jane Austen dienen. Erst kürzlich wieder neu verfilmt bietet der Roman auch
heute noch eine vergnügliche Lektüre. Er lässt sich lesen als historische Gesellschaftsstudie über Milieus und Gender, als Entwicklungsroman der beiden
Hauptfiguren oder auch als spannende schriftstellerische Komposition, wobei
ein Perspektivenwechsel am Kulminationspunkt eine Wende im Fortgang der
Handlung einleitet.
Elizabeth Bennet eine von fünf Töchtern der auf Grund der damals geltenden männlichen Erbfolge finanziell schlecht abgesicherten Familie Bennet
bekommt überraschend einen Heiratsantrag von dem von ihr verabscheuten
reichen Landadligen Mr. Darcy. Empört weist sie Darcy ab mit der Begründung, er habe sich ihr gegenüber unhöflich verhalten, habe den sympathischen Mr. Wickham um sein Erbe betrogen, und v. a. habe er ihre geliebte
Schwester Jane ins Unglück gestürzt, weil er deren Heirat mit seinem Freund
Bingley verhindert habe. In einem langen Brief erläutert ihr Darcy daraufhin
seine Sicht der Dinge: Er schildert die Vereinbarung mit Wickham, die es zu
diesem Erbe gegeben habe, und seine Beobachtungen, dass die anmutige,
aber stoisch wirkende Jane keinerlei Gefühle gegenüber Bingley gezeigt habe,
die ganze Familie Bennet hingegen auf diese Heirat gegiert habe, woraufhin
er seinen Freund vor einer Heirat, bei der er nur ausgenutzt worden wäre, zu
bewahren versucht habe. Elizabeth ist erschüttert. Allmählich kann sie die
im Brief geschilderte Sicht auf die Dinge anerkennen, und indem sie Mr.
Darcys weitere Handlungen mit verändertem Blick beobachtet, kommt sie
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