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Hochuli Freund

31.7.17 S. 42

Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen

tischen Umsetzung eine Transformation derselben statt. Professionelles Handeln löst durch diese Verschränkung auch das Theorie-Praxis Problem für Lernende (vgl. Becker-Lenz et al. 2012:14). Durch einfache Prinzipien, z. B. »so viel wie möglich sehen so wenig wie möglich verstehen« (Meinhold 1987:207, zit. in Müller 2012:104) bei der Situationserfassung, »zuerst verstehen, dann handeln« (Hochuli Freund/Stotz 2015:325) für das Grundverständnis von KPG oder strukturierte methodische Abläufe und Formulierungshilfen z. B. für Hypothesen (erklärende Hypothesen »Weil …« oder der handlungsleitenden Arbeitshypothese »Wenn … dann …«) bei der Diagnose, können Handlungsschritte und Denkmuster leichter erlernt und verinnerlicht werden (siehe dazu auch den Beitrag von Hochuli Freund in diesem Band). Insgesamt ist das Konzept KPG damit sehr verständlich und praxistauglich. Indem Arbeitshilfen an die Hand gegeben werden, kann niederschwellig damit gearbeitet werden und wirkt die Methodik gleichzeitig unterstützend bei der Entwicklung eines Grundverständnisses von professionellem Handeln. Verankerung der Reflexion Die Notwendigkeit einer beständigen Reflexion des professionellen Handelns ist bereits an einigen Stellen angesprochen worden. Reflexion ist die Kompetenz, die sich am direktesten mit der eigenen Person befasst. Sie ist für die Grundhaltung einer Arbeit, die sich mit Menschen befasst, die entscheidende Komponente, da Fehler vorkommen, jedoch kein Produkt, sondern das Leben von Personen betreffen. KPG macht Reflexion planbar, indem diese fest eingebettet ist. Das Konzept erhebt den Anspruch an die Professionellen, sich durch Selbstreflexion mit der eigenen Person zu befassen und ihre eigene Biografie, ihre Haltungen und Gefühle zu erforschen. Der Blick wird dabei insbesondere auf die Kooperation und Arbeitsbeziehung gerichtet, um u. a. Übertragungen, Autonomieeinschränkungen und den Umgang mit Macht bewusst zu machen. Dies schützt die Klientinnen und Klienten und hilft, die strukturelle Asymmetrie auszugleichen. Selbst die Grundhaltung und Ethik der Professionellen soll reflektiert, weiterentwickelt und im Diskurs der Sozialen Arbeit behandelt werden (vgl. ebd.:126). Zur Gewährleistung der Reflexion werden konkrete Vorschläge und Handwerkszeug zur Verfügung gestellt. Für die Arbeit im Team sollen neben der gemeinsamen Reflexion verbindliche Reflexionsgefässe wie Supervision und Intervision institutionalisiert werden (vgl. ebd.:61). Es werden Kriterien formuliert, mit denen Methoden hinsichtlich der Kooperation, der Zielsetzung Sozialer Arbeit, der Professionsethik, der Praxisfelder und des Aufwands überprüft werden können (vgl. ebd.:147149). In jedem Prozessschritt erfolgt eine Auswertung anhand von Evaluationsfragen, mit denen das methodische Vorgehen reflektiert werden kann. Reflexion ist letztlich auch als eigenständiger Prozessschritt Evaluation im Modell enthalten. Als Abschluss wird der gesamte Prozess eines Falles reflektiert und ausgewertet. Reflexion findet somit auf verschiedenen Ebenen statt 42