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handlungssteuernden Funktion von unbewusst verlaufenden Automatismen
(vgl. ebd.:26 ff.).
Autorin und Autor stellen diese neurowissenschaftlichen Grundlagen in
ihrem Handbuch sehr umfassend und illustrativ dar. Besondere Bedeutung
wird dem somatischen Marker nach Damasio (1994) beigemessen.
Grundlage hierfür sind biologische Bewertungsprozesse im Gedächtnis, die
durch Erfahrungen hervorgerufen werden und als Signale in Form von
Affekten auftreten. Affekte manifestieren sich im Körpererleben, d. h. jede
gemachte Erfahrung hinterlässt somatisch ihre Spuren (vgl. Storch/Krause
2017:54 f.). Gemäß Damasio zeigen sich also sämtliche Gefühle durch
komplexe Übertragungsbahnen in Form von Körperempfindungen. Diese
Verkörperung, also die Wechselwirkung von körperlichem und psychischem
Geschehen, wird im Diskurs als Embodiment bezeichnet. Deshalb wird der
Körperarbeit im ZRM eine hohe Bedeutung zugmessen. Denn nachweislich
besteht hier ein bidirektionaler Zusammenhang, Körpervariablen wie der
Gesichtsausdruck oder die Körperhaltung haben einen Einfluss auf
psychische Prozesse und umgekehrt und geben uns damit wichtige
Hinweise (vgl. ebd.:168 f.). Wenn jede gemachte Erfahrung einen
somatischen Marker hinterlässt, diese Bewertung als gut oder schlecht
gespeichert wird, dann steht mit diesem Körpererleben, welches in einer
Situation ausgelöst wird, eine schnelle Orientierungs- und
Entscheidungshilfe zur Verfügung (vgl. ebd.:55 f.). Somatische Marker
entstehen zwar unbewusst, können jedoch von der Person selbst und auch
von anderen Personen bewusst wahrgenommen werden. Deshalb ist es in
Unterstützungsprozessen wichtig gemeinsam mit Klientinnen positive
Marker zu aktivieren (vgl. Cassée 2019:254).
Im ZRM spielt die Selbstregulation eine zentrale Rolle. Im Rahmen der
Selbstregulation wird versucht, Verstand und Unbewusstes aufeinander
abzustimmen, damit bewusst und unbewusst ein und dasselbe Ziel
fokussiert werden kann. Wenngleich das Nachzeichnen solcher Prozesse
etwas kompliziert anmutet, so wird darin gut deutlich, dass insbesondere in
der Arbeit mit Zielen das Unbewusste eine wichtige Rolle spielt und genutzt
werden sollte. Krause und Storch haben dazu ein Manual mit einer ZRMBildkartei entworfen, da der Schlüssel zum Unbewussten analog zu
projektiven Verfahren in der Psychologie über Bilder hergestellt werden
kann (vgl. ebd.:121 ff., Krause/Storch 2011). Für die Arbeit mit Klientinnen
sind vor allem Ressourcen aktivierende Bilder geeignet, die zwar eindeutige
Gefühle auslösen, in ihrer Interpretation hingegen etwas Raum lassen (vgl.
Cassée 2019:256). Sozialpädagoginnen können sich auch eine eigene (z. B.
Postkarten-) Sammlung zusammenstellen. Zentral bei der Arbeit mit
Bildern ist sich bei der Auswahl von Bildern ausschließlich von Gefühlen
leiten zu lassen (vgl. Storch/Krause 2017:226 f.). Nach der Auswahl
geeigneter Bildern geht es darum, diese gemeinsam mit Klienten vom Bild
in Sprache zu transformieren, also ein Motto dafür zu finden. Die so
festgehaltenen Motto-Ziele sind als Annäherungsziele zu formulieren. Sie
sollen vollständig der eigenen Kontrolle unterliegen und eine gute
Affektbilanz aufweisen, d. h. im Sinne somatischer Marker positive Gefühle
und Reaktionen bei der Person auslösen (vgl. ebd.:149 ff., 242 ff.).
Das ZRM bietet mit seinen anschaulichen Bezügen zu somatischen
Markern und den illustrativen Materialien zur Motivationspsychologie gute
Möglichkeiten, Klienten auf der Suche nach ihren ureigenen, für sie selbst