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Raw Blame History

sich dabei auf das entwicklungs- und sozialisationstheoretisch fundierte Konzept der Entwicklungsaufgaben, welches Individuen in jedem Lebensabschnitt aufgrund biologischer, gesellschaftlicher Erwartungen und/oder individueller Wünsche und Zielsetzungen (vgl. ebd.:36). Den Entwicklungsaufgaben in jeder Lebensaltersphase in der Kindheit und Jugend entsprechen nun gemäß Cassée Erziehungsaufgaben für Eltern. Dies sind normative Anforderungen und Aufgaben, die Eltern in einer konkreten Phase des Familienzyklus zu bewältigen haben und die sich auf das Lebensalter der Kinder beziehen (vgl. ebd.:397). Cassée hat Bogen zum Stand der Kompetenzentwicklung in unterschiedlichen Lebensalterphasen entwickelt, in denen jeweils die verschiedenen Entwicklungsaufgaben zu beurteilen sind sowie Bogen zur Einschätzung der erzieherischen Kompetenz von Eltern (z. B. in Bezug auf vier- bis sechsjährige Kinder) (vgl. ebd. 384, 399 f.). Kompetenz als gelingendes Tun basiert auf einer Passung zwischen Aufgaben und vorhandenen Fähigkeiten und ist ein Zusammenspiel von Aufgaben und Fähigkeiten, das aber auch beeinflusst wird von internen wie externen Schutz- und Risikofaktoren (vgl. ebd.:41, 242). Die sog. diagnostischen Kompetenzanalyse bezeichnet Cassée als multimodal (mehrere Ebenen, Verhaltensbereiche und Datenquellen betreffend) und multiperspektivisch (Sichtweisen von Klientinnen, von anderen Fachpersonen und zuweisenden Stellen werden einbezogen) (vgl. ebd.:241). Diese komplexe, anspruchsvolle Aufgabe für Fachpersonen, die in einzelne Arbeitsschritte gegliedert ist, wird zusammenfassend so umschrieben: »Die Bewältigung der konkreten Entwicklungsaufgaben wird verhaltensnah beschrieben, vorhandene Fähigkeiten, der Einfluss schützender Faktoren und Ressourcen (interner und externer) einerseits und der Einfluss externer und interner Risikofaktoren (Stressoren) andererseits werden bezogen auf diese Aufgabe benannt und in ihrem Zusammenspiel gedeutet« (ebd.:243). Es handelt sich also um eine Analyse auf der Fachebene, in welche die Sichtweise von Klientinnen mit einfließt, d. h. implizit mit aufgenommen wird. Der Arbeitsschritt der Deutung des Zusammenspiels der methodisch allerdings nicht weiter expliziert ist würde im Konzept Kooperative Prozessgestaltung dem Diagnoseschritt zugeordnet. Cassée selbst bezeichnet das Ergebnis der Kompetenzanalyse als Diagnose, aus der dann die Indikation für eine geeignete Hilfe abgeleitet wird (vgl. ebd., 242). Beides soll in Fachteam validiert und mit dem Klientensystem besprochen werden (vgl. ebd.:245). In den kompetenzorientierten Methodiken wird neben einigen StandardInstrumenten viel umfangreiches weiteres Material zur Verfügung gestellt (spezifische Analyseinstrumente, z. B. zur Interaktion Eltern-Kind, Checklisten, Berichtsvorlagen, Bildkarten, das zudem noch handlungsfeldbezogen ausdifferenziert ist. Insbesondere die Kompetenzanalyse mit ihren Vorlagen zur Einschätzung von Entwicklungsund Erziehungsaufgaben eignet sich u.E. sehr gut für ambulante wie stationären Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Das als Analyseverfahren auf der Fachebene konzipierte Vorgehen lässt sich auch gut erweitern und nutzen für eine gemeinsame Analyse mit Kindern/Jugendlichen und ihren Eltern, indem die unterschiedlichen Einschätzungen explizit unterschieden und Differenzen gemeinsam diskutiert werden