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Vorgehen
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Wenn die wesentlichen Daten in einem Fall erfasst und vorläufige, mögliche
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Themen festgestellt sind, gilt es eine genauere Auslegeordnung
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vorzunehmen.
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Der erste Schritt besteht in der Wahl geeigneter Analysemethoden.
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Maßgeblich hierfür sind der Fall – klientenbezogene Aufträge und
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vorläufige Themen – sowie der institutionelle Kontext
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(Organisationsauftrag und -konzept).
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Wenn es in einer Organisation um die möglichst rasche Abklärung des
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Unterstützungsbedarfs geht (wie z. B. in einem polyvalenten
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Sozialdienst), ist wahrscheinlich ein (teil-)standardisiertes Instrument
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zur Analyse von Ressourcen und Risiken und Unterstützungsbedarf in
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den verschiedenen Lebensbereichen sinnvoll. Sind in einer Organisation
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bestimmte Analyseinstrumente implementiert (z. B. ein Instrument der
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Risiko-Ressourcenanalyse und eine Form der Netzwerkkarte), dann wird
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die Sozialarbeiterin u. a. damit arbeiten. Ansonsten wird sie auf dem
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Hintergrund ihres eigenen Erfahrungswissens geeignete
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Analyseinstrumente einsetzen, die ihr im Hinblick auf die vorläufigen
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Themen in einem Fall geeignet erscheint (z. B. ein
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Kompetenzanalyseinstrument, wenn es um Erziehungsschwierigkeiten in
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einer Familie geht). Liegt hingegen eine bereits länger dauernde
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Zuständigkeit vor (z. B. in einer stationären Begleitung) mit latenten
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Meinungsverschiedenheiten, dann wird der Fall führende Sozialpädagoge
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u. a. sicherlich eine Methode der Perspektivenanalyse einsetzen.
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Bei der Datenerhebung holt der Sozialpädagoge gemäß der Systematik der
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jeweiligen Analysemethoden und -instrumente gezielt weitere Daten ein
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(= Komplexitätserweiterung, Bewegung der Öffnung in der Fallbearbeitung,
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Abb. 14). Wichtig dabei ist eine situative Anwendung und gegebenenfalls
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auch Modifikation der Instrumente entsprechend den Erfordernissen des
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Falles und den Gegebenheiten der Organisation.
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Es besteht einerseits die Möglichkeit, dass er gemeinsam mit einem
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Klienten einen Bogen ausfüllt – z. B. eine Silhouette oder eine
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Netzwerkkarte – und dabei die Einschätzungen des Klienten aufnimmt
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und dokumentiert (= Analyse mit dem Klienten), andererseits kann er
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eine Analysemethode auch als Arbeits- und Erkenntnismittel zunächst für
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sich selbst nutzen oder aber sie in einem Team in einer Fallbesprechung
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einsetzen (z. B. eine Fallinszenierung vornehmen = Analyse auf der
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Fachebene).
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Vor allem bei standardisierten Klassifikationssystemen ist das Vorgehen bei
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der Datenerhebung meistens klar ersichtlich, bei anderen Analysemethoden
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besteht ein Spielraum hinsichtlich der konkreten Anwendung.
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Der dritte Schritt wird in der Literatur kaum erwähnt, obwohl er für die
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Weiterarbeit entscheidend ist: Die Auswertung der in der Analyse
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erhobenen Daten und ihre Bewertung. Die fachliche Herausforderung
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besteht darin, zunächst nahe an den Analysedaten zu bleiben und
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