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2.4.3.2.3.4 Selbstorganisationsfähigkeiten des Systems Luhmann vertrat die Position, dass Systeme gegenüber ihrer Umwelt operational geschlossen und nur durch sich selbst beeinflussbar sind (Luhmann 1986). Sie sind deshalb keiner instruktiven Interaktion zugänglich, sondern verarbeiten von außen kommende Informationen nur dann, wenn sie zu den eigenen Mustern der Wahrnehmung, Beschreibung und Bewertung passen. Das heißt, ein System erfindet seine Organisation selbst durch interne Operationen und nicht durch Beeinflussung von außen. Es ist von seiner Umwelt unabhängig. Um dieses Muster zu benennen, benutzt Luhmann den von den Biologen Maturana und Varela geprägten Begriff der „Autopoiese“ (Maturana u. Varela 1982), der auf das mit „Selbstschöpfung“ zu übersetzende altgriechische Wort autopoiesis zurückgeht. An einem Punkt stimme ich Luhmann zu: Natürlich muss ein System selbst handeln und intern kommunizieren, um eine eigene Organisation und die sie markierenden Strukturen zu schaffen. Außeneinflüsse müssen in die inneren Kommunikations- und Handlungsprozeduren integriert und deshalb auf sie zugeschnitten werden. Es bleiben dennoch Außeneinflüsse, denen sich das beobachtende und handelnde System nicht entziehen kann – es kann sie nur modifizieren. Eine Familie z. B. wird durch viele Diskussionen und Handlungen die für ihre Lebenssituation passenden Regeln, Rollen, Werte usw. schaffen. Aber diese Lebenssituation wird durch eine Vielzahl äußerer Faktoren beeinflusst, auf welche die Familie Rücksicht nehmen muss, um überleben zu können. Sie kann die Arbeitslosigkeit der bisherigen Hauptverdienerin genauso wenig ignorieren wie den Abbau von bisherigen Sozialleistungen, eine Wohnungskündigung genauso wenig wie Gewalttätigkeiten in der Schule der Kinder. Auch den durch eine gesellschaftlich akzeptierte „Behinderungsmacht“ (Staub-Bernasconi 1995, S. 45 ff.) zugefügten Kränkungen des eigenen Selbstwertgefühles kann sie nicht ausweichen. Diese durch komplexe systemische Zusammenhänge hergestellten Verhältnisse entziehen sich einer systematischen und alle wichtigen Faktoren kontrollierenden Beeinflussung durch die Familie. Sie erzwingen von