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Die Folgen für die Kinder als Thema in der Täterarbeit

Gewalt gegen die Partnerin fortzusetzen, ohne gegen die eigenen Prinzipien zu verstoßen, lautet: „Wenn ich meine Frau schlage, schade ich nur ihr und nicht meinen Kindern.“ Hierin liegt eine große Chance, die Männer bei ihrer Ehre zu packen und Betroffenheit auszulösen, wenn es nämlich gelingt, die Wahrnehmung und Sensibilität gegenüber auffälligen Reaktionen und Anzeichen von Störungen bei den Kindern zu erhöhen. Bei der Exploration von Konfliktsituationen, die bis zur Gewalt der Männer gegenüber ihren Partnerinnen eskaliert sind, zeigen sich im Rahmen der Gruppenarbeit bei Vätern regelmäßig Erinnerungslücken, wenn es um die Aufenthaltsorte der Kinder im Verlauf des Konfliktes geht. Häufig kann nicht einmal angegeben werden, ob sich das oder die Kinder im gleichen oder in einem anderen Raum befunden haben. Oder es wird zwar ihre Anwesenheit erinnert, aber nicht, wann und wie lange sie im Raum waren und zu welcher Gelegenheit sie sich wie und wohin zurückgezogen haben. Wenn sich an ihre Anwesenheit erinnert wird, fehlen oft jegliche Angaben zum Verhalten oder zu Äußerungen der Kinder, welche Gefühle sie gezeigt haben und zu wem sie wie Kontakt gesucht haben. Vordergründig wird angeführt, das Kind habe sich „normal, wie immer“ verhalten und weder in der Situation noch danach irgendwelche Auffälligkeiten gezeigt. Eine Betroffenheit der Kinder scheint weitgehend ausgeblendet, ignoriert und geleugnet zu werden. Bei genauem Nachfragen aus der Gruppe und wenn der Mann bereit ist, sich dem zu stellen und Blockaden aufzugeben, wird ihm bewusst, wie sehr Erinnerungen verschüttet sind und wie schlecht er sie aufhellen kann, selbst wenn er sich redlich bemüht. Erst in einem längeren Auseinandersetzungsprozess, der ein oder mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen kann, werden nach und nach Bilder und Eindrücke wiedergegeben, die über die Betroffenheit der Kinder Aufschluss geben. Häufig wird deutlich, dass die Väter generell wenig darüber wissen, wie ihre Kinder fühlen und was sie gerade beschäftigt. Sofern die Väter Signale der Kinder, die auf eine Störung aufgrund der miterlebten Spannungen und Gewalttätigkeiten hindeuten, überhaupt registrieren, nehmen sie sie häufig nicht ernst und spielen ihre Bedeutung herunter. Oder sie bringen sie nicht mit der eigenen Gewaltausübung in Zusammenhang, sondern führen die Auffälligkeiten auf andere Ursachen zurück, meist lastet er sie dem Verhalten der Partnerin an. Immer wieder werden die Kinder in der Auseinandersetzung mit der Partnerin instrumentalisiert, da die Männer vorgeben, sich gegen sie wehren oder behaupten zu müssen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass ihr eigenes Verhalten Provokation, Erniedrigung und Verletzung der Partnerin beinhaltet. Ein Teilnehmer des Täterprogramms hat das im Rahmen einer Gewaltschilderung wie folgt dargestellt: Am Samstagnachmittag kommt Peter verspätet vom Fußball nach Hause, es wurde noch ein Sieg gefeiert. Mit der Ehefrau Anja war verabredet, noch gemeinsam mit den beiden Kindern zum Einkaufszentrum zu fahren. Auf seine Verspätungsankündi-