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Beratung von Müttern im Kontext einer mädchenspezifischen Krisenintervention
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Grit wurde in einer Einrichtung untergebracht, die ihren Autonomiebestrebungen mit einer geringen zeitlichen Betreuungsdichte entgegen kam, aber
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eine qualitativ intensive Beziehungsarbeit anbot. Es wurde in der Übergabe
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vereinbart, dass die Konfrontation mit der Gewalttätigkeit des idealisierten
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Vaters erst zum Thema gemacht werden sollte, wenn sie sich mit ihrem neuen
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Lebensmittelpunkt stabilisiert hätte. Ob dies im Rahmen der Bezugsbetreuung oder nur innerhalb eines therapeutischen Settings möglich sein würde,
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blieb noch abzuwarten.
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Häusliche Gewalt aktuell durch den leiblichen Vater
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Jasmin (15 Jahre) kam in Begleitung ihrer Lehrerin in den Mädchennotdienst.
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Es war nicht so richtig auszumachen, ob dies wirklich ihr eigener Wunsch war
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oder ob es die Lehrerin nicht mehr ausgehalten hatte, die häufigen Zusammenbrüche ihrer Schülerin mitzuerleben. Jasmin saß zunächst stumm neben
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der Lehrerin und bat sie die familiären Hintergründe zu erzählen. Viel hatte
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sie der Lehrerin auch nicht erzählt, nur, dass sie keinen Raum für sich finden
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würde, Vater und Mutter sie nicht in Ruhe lassen würden, sie sich gar nicht
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mehr konzentrieren könne und nachts wegen ihrer Alpträume schlecht schlafen würde.
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In der Schule würde Jasmin manchmal relativ unvermittelt in Tränen ausbrechen, ihre Leistungen hätten sehr nachgelassen. Die Eltern kämen so gut
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wie nie zu Elterngesprächen und Elternabenden in die Schule.
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Während die Lehrerin sprach, beobachtete Jasmin sehr aufmerksam meine
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Reaktion. Sie vermittelte das Gefühl, dass jedes Nachfragen genau geprüft
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würde. Schließlich fragte ich sie, ob sie jetzt auch alleine mit mir reden könne,
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und erklärte ihr meine Schweigepflicht.
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Im Einzelgespräch offenbarte sie sehr vorsichtig und immer wieder von
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Tränenausbrüchen begleitet, dass der Vater manchmal ganz unvermittelt sehr
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gewalttätig wäre. Er würde sie selbst, aber auch die Mutter schlagen.
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„Mama schlägt er vor allem, wenn ich was falsch gemacht hab, er sagt dann, sie wäre blöd,
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die Polizei geholt.
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Ihre Strategie zu Hause wäre, möglichst unsichtbar zu sein, sich schnell in ihr
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Zimmer zurückzuziehen, Musik zu hören und am Computer zu sitzen. Selbst
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an den Mahlzeiten wolle sie nicht mehr teilnehmen. Das würde ihren Vater
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total sauer machen, so dass er ihr jetzt den Computer wegnehmen wolle. Eigentlich wolle sie nicht mehr nach Hause, aber sie hätte keine Kraft mehr und
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wisse auch nicht, wie es weitergehen könne. Außerdem liebe sie ja ihren Vater
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und vor allem auch ihre Mutter und wolle keinen Ärger machen.
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